Es ist schon erstaunlich, wie sich so manche Gemeinde herausputzt, wenn es ums Fahrrad geht – Eugendorf zum Beispiel. Kommt 2026, ist dort plötzlich alles anders: Gleich sieben neue Radwege schlängeln sich dann frommenmäßig durchs Umland. Mal gemächlich für Familien, mal schweißtreibend für die Ambitionierten. Bettina Schmidt vom lokalen Tourismusverband sagt dazu recht überzeugt: „Damit wird Eugendorf endgültig als Tor zum Radlglück im SalzburgerLand wahrgenommen.“ Von hier aus verbindet man die Stadt Salzburg mit den Seenlandschaften vom Salzkammergut bis ins Salzburger Seenland – und das alles auf dem Sattel. Eigentlich eine elegante Art, um einen Vormittag im Frühling zu verbringen. Die neuen Strecken passen wie Puzzleteile ins ohnehin schon üppige Routennetz von etwa 600 Kilometern. Rennrad, Mountainbike, Gravel oder E-Bike – alles findet seinen Platz.
Was mir daran gefällt: Die Streckenführung ist alles andere als eintönig – mal windet sich der Weg am Seeufer, dann wieder geht es zackig über Hügel oder hinauf zur nächsten Kapelle (ja, die legendäre Stille-Nacht-Tour führt tatsächlich dorthin). Die Tour zum Freilichtmuseum ist mit 60 km ordentlich fordernd, genauso wie die Tour zum Wasserspiel-Palast Hellbrunn samt dem ab 2026 neuen „Sound of Music“-Museum. Noch mehr Landschaft bekommst du auf der fast 65-km-Tour nach Hallein – okay, das schafft nicht jede/r mal schnell nach Feierabend, aber mit Elektroantrieb geht das heute ja alles bisschen fixer. Für Spezialist:innen gibt’s MTB-Touren mit bis zu 860 Höhenmetern.
Das Radeln in Eugendorf ist nichts für Einzelgänger – die Routen laden die Gäste genauso wie die Einheimischen ein, aufs Rad zu steigen. Im Ortszentrum geht's direkt los – sei es nach Salzburg oder Richtung Seen und Nachbarorte.
Persönliches Highlight für Genussradler:innen: Die Runde von Eugendorf zum Mondsee, am besten früh morgens mit Sonne im Gesicht. Wer richtig Höhenluft schnuppern möchte, klemmt noch die MTB-Tour zum DaxLueg dran.
Service-Paradies ist das Örtchen auch noch: Fahrradfreundliche Gastgeber bieten sichere Radabstellplätze, Werkzeug, E-Ladestationen und sogar Waschplätze für Dein Rad. Bei Tagestouristen besonders beliebt: die reservierbaren Parkplätze am Hotel Santner. Und wenn nach der Tour der Körper nach Erholung schreit, kannst du dich in einem der vielen Wellnessbereiche bequem zurücklehnen.
Und das Beste: Hungrige Radfahrer:innen werden in Eugendorf verwöhnt. In den Gasthäusern warten regionale Klassiker oder ein kreatives Überraschungsmenü – Hauptsache, der leere Akku wird schmeckend aufgeladen.
Noch ein Tipp: Die Highlight-Strecken gibt's online (siehe Link unten).
Eugendorf setzt ab 2026 mit sieben neuen, gut ausgeschilderten Fahrradwegen einen kräftigen Akzent im Salzburger Flachgau und will damit sowohl ambitionierten Radsportlern als auch Genussfahrer:innen gerecht werden. Die neuen Strecken vernetzen das bestehende, über 600 km umfassende Radwegnetz und bieten unterschiedliche Schwierigkeitsgrade und Erlebnisse – von der familiengerechten Tour bis zur anspruchsvollen MTB-Route. Besonders die Integration mit touristischen Highlights (wie dem Stille-Nacht-Ort und dem Sound of Music Salzburg-Museum) signalisiert einen Trend, Radinfrastruktur als integralen Bestandteil von Freizeit und Kultur zu denken. In den letzten Tagen hat man europaweit verstärkte Diskussionen um Radwegeförderung und nachhaltigen Tourismus gesehen. In Hamburg wird derzeit zum Beispiel ein Pilotprojekt für autofreie Innenstadtabschnitte getestet, um die Lebensqualität und Sicherheit für Radfahrer zu verbessern (Quelle: Die Zeit). Die Niederlande, als Radnation schlechthin, investieren aktuell noch stärker in Alltagsradwege, um dem E-Bike-Boom Rechnung zu tragen und das Unfallrisiko zu senken (Quelle: FAZ). In Deutschland werden im Rahmen der Nationalen Radverkehrsstrategie gezielt Fördergelder in kleine Gemeinden ausgeschüttet, um Radeln im ländlichen Raum attraktiver zu machen (Quelle: Süddeutsche Zeitung).