Europäische digitale Souveränität: SAFENet fordert mehr Schutz für Router und Netze

In Berlin entsteht eine neue Allianz, die offenen Wunden der europäischen Digitalpolitik ins Visier nimmt. Während weltweit Staaten erkennen, wie verwundbar technologische Lieferketten sind, lässt die EU Router weitgehend unbeachtet – dabei fließen gerade über diese Geräte beinahe sämtliche unserer Datenströme. Nun rufen vier Netzwerkspezialisten SAFENet ins Leben, um digitale Souveränität endlich auf die politische Bühne zu heben.

heute 11:00 Uhr | 7 mal gelesen

Vier technologische Schwergewichte – devolo, FRITZ!, LANCOM und TDT – schlagen Europas digitalen Alarm. Unter dem Namen SAFENet fordern sie, nie dagewesene Aufmerksamkeit auf einen meist verkappten Dreh- und Angelpunkt unseres Alltags zu richten: den Router. Geradezu fahrlässig, dass bislang fast 40 Prozent dieses Marktes von chinesischen Playern bedient werden, während die Politik auf andere Baustellen wie Cloud-Infrastrukturen schaut. Laut der Innovate Europe Foundation rauscht ein Löwenanteil des europäischen Online-Verkehrs – unglaubliche 93 Prozent! – durch diese Geräte, die praktisch alles von Steuerunterlagen bis Videochats dirigieren. Telekommunikation via Mobilfunk verbleibt im Schatten. Die SAFENet-Initiative prangert nun exakt diesen sicherheitspolitischen Blindspot an und fordert von der Politik, Router und Netzwerktechnologie ähnlich entschieden zu behandeln wie das allgegenwärtige Thema 5G. Europäische Firmen bringen längst stabile und vertrauenswürdige Lösungen hervor. Doch ohne politischen Rückhalt drohen sie im globalen Ringen um technologische Unabhängigkeit unterzugehen. Das Ziel der Allianz: Rahmenbedingungen schaffen, die europäische Anbieter stärken – kurzum: Handlungsdruck aufbauen. Einen exklusiven Klub will SAFENet übrigens nicht gründen. Im Gegenteil, offen steht die Allianz für weitere Mitstreiter, die europäische Technik-Standards voranbringen wollen. Mehr Details gibt’s unter safe-net.tech.

SAFENet, ein neuer Zusammenschluss führender Netzwerktechnik-Hersteller aus Europa, fordert von der EU ein Umdenken in Sachen digitaler Unabhängigkeit – insbesondere beim Thema Router, das bisher politisch wenig Beachtung erhält. Die Allianz betont, dass Router-Netzwerke als zentrale Infrastruktur dringend gesichert werden müssen, da europäische Märkte sonst einem erheblichen Risiko durch strategische Abhängigkeiten und fehlende Kontrolle ausgesetzt sind. Die Mitglieder schlagen gezielte regulatorische Maßnahmen und eine stärkere Unterstützung heimischer Anbieter vor, um Europas digitale Souveränität zu sichern. Aktuelle Entwicklungen auf EU-Ebene zeigen, dass erste politische Schritte für mehr digitale Autonomie – etwa im Rahmen des EU Chip Acts oder Initiativen zum Schutz der Halbleiterproduktion – bereits angegangen werden. Dennoch warnen Experten davor, dass Router und Netzwerktechnik als elementarer Bestandteil kritischer Infrastruktur noch nicht genug berücksichtigt werden, während besonders chinesische Hersteller weiterhin massiv Marktanteile gewinnen. Medienberichte der letzten Tage heben die Notwendigkeit hervor, den Diskurs um digitale Souveränität zu versachlichen und vorausschauend regulatorisch zu begleiten, da geopolitische Spannungen und wirtschaftliche Interessen Technologiefragen zunehmend dominieren.

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