Der Evonik-Aufsichtsrat steht in den nächsten Wochen vor einer bedeutenden Personalentscheidung: Die geplante Vertragsverlängerung von CEO Christian Kullmann dürfte dem Konzern Stabilität inmitten wirtschaftlicher Turbulenzen verleihen. Gleichzeitig zeigt sich, dass externe Bedingungen – von geopolitischen Unsicherheiten über Kostendruck bis zu verschärftem globalen Wettbewerb – den Aktienkurs stärker beeinflussen als das Management allein. Die RAG-Stiftung, Hauptaktionärin und mit eigenem diversifizierten Portfolio, kann die durch die gesenkte Dividende entstandenen Einbußen aus eigener Kraft kompensieren und gestaltet ihre Rolle als Großinvestorin zunehmend autonom. Jüngste Berichte zeigen zudem, dass in der deutschen Chemieindustrie insgesamt ein rauer Wind weht: Laut "FAZ" kämpfen etliche Firmen mit strukturellen Umbrüchen und gesellschaftlichen Debatten um Nachhaltigkeit und Lieferketten. Aus tagesaktuellen Recherchen bei Branchenmedien geht hervor, dass bei Evonik in dieser Woche auch erste Gespräche über die notwendige Nachfolge im Finanzressort begonnen haben. Europaweit werden unterdessen Fragen der industriellen Standortpolitik kontrovers diskutiert, da steigende Energie- und Personalkosten die künftige Wettbewerbsfähigkeit der Chemiefirmen infrage stellen.
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