Extreme Hitze bremst Deutschlands Wirtschaft mit Milliardenverlusten aus

Eine zweiwöchige Hitzewelle Ende Juni führte zu spürbaren Schäden in der deutschen Wirtschaft – mit mindestem Schaden von 6,3 Milliarden Euro.

heute 14:11 Uhr | 3 mal gelesen

Das Ganze geht laut 'Handelsblatt', das sich auf Zahlen der Beratungsfirma Prognos stützt, vor allem aufs Konto des produzierenden Gewerbes: Hier entstehen mit etwa 1,9 Milliarden Euro die größten Einbußen. Ebenso betroffen sind Gesundheitswesen, Sozialarbeit und Einzelhandel. Die Berechnung gibt erstmals einen detaillierten Einblick, wie heftig schon kurze Hitzeereignisse einzelne Branchen durchrütteln. Im Zentrum steht auffallenderweise nicht der Ausfall von Maschinen oder stockende Lieferungen – sondern die sinkende Leistungsfähigkeit der Beschäftigten. Prognos-Experte Lukas Sander warnt, die tatsächlichen Kosten könnten sogar noch höher liegen, weil etwa steigende Energiekosten gar nicht mitgezählt wurden. Als klares Warnsignal sieht auch Manfred Fischedick vom Wuppertal Institut die aktuellen Zahlen: Während einerseits ständig von globalem Wettbewerb und China die Rede ist, gerät die Hitzegefahr immer stärker ins Visier – und beides hängt seiner Ansicht nach eng zusammen. Deutschland ist, was das betrifft, bislang schlicht zu wenig vorbereitet. Prognosen zu Folge könnten bei mehreren solchen Hitzewellen pro Jahr die Schäden jährlich auf über 20 Milliarden Euro wachsen. Auch Kühlung, flexible Arbeitszeiten und Schutz für Mitarbeiter kosten nun massiv extra. Verstärkt wird alles durch den menschengemachten Klimawandel: Je mehr CO₂ die Menschheit in die Atmosphäre pustet, desto heftigere Extreme drohen. Laut World Weather Attribution (WWA) wären solche Werte wie Ende Juni 2026 vor gar nicht langer Zeit völlig undenkbar gewesen – und auch 2003, in jenem berühmten Hitzejahr, wäre das Ausmaß der aktuellen Hitze noch eine Seltenheit gewesen. Besonders die tropischen Nächte sind heute kaum noch mit früheren Jahrzehnten vergleichbar.

Die jüngste Hitzewelle hat Deutschlands Wirtschaft nachhaltigen Schaden zugefügt, wobei laut Prognos vor allem der Rückgang der Arbeitsproduktivität die Milliardeneinbußen verursacht hat. Industrie, soziale Dienstleistungen und der Handel gehören zu den Hauptbetroffenen; viele Unternehmen müssen sich auf steigende Kühlkosten, veränderte Schichtpläne und zusätzliche Schutzmaßnahmen einstellen. Es gibt breite wissenschaftliche Einigkeit darüber, dass solche extremen Wetterereignisse infolge der Erderwärmung häufiger und intensiver auftreten werden, wobei Experten wie Manfred Fischedick konkrete politische Maßnahmen zur Klimaanpassung fordern. Zusätzliche aktuelle Entwicklungen: – Nach Berichten der Süddeutschen Zeitung plant die Bundesregierung zusätzliche Hilfspakete für besonders hitzegefährdete Sektoren, da die Kostenwelle durch Klimafolgen inzwischen als 'strukturelle Gefahr' angesehen wird. Laut WWF melden Krankenhäuser und Pflegeheime enorme Belastungen und einen steigenden Krankenstand während Hitzeperioden. – Die taz hebt hervor, dass mehrere Kommunen nun verstärkt öffentliche Trinkwasserstationen und Schattenplätze einrichten, was als kurzfristige Abhilfe gedacht ist, aber keine langfristige Lösung darstellt. Gerade Städte gelten als besondere Hitze-Hotspots. – Der jüngste Bericht des Deutschen Wetterdienstes (Stand Juli 2024) legt nahe, dass Deutschland im europäischen Vergleich 2024 einen neuen Hitzerekord mit außergewöhnlich langen Hitzeperioden und tropischen Nächten erlebt hat. Auch Ernteausfälle in der Landwirtschaft werden nun als wirtschaftlicher Risikofaktor stärker berücksichtigt.

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