Schleppender Fortschritt beim Digitalfunk für Bundeswehrfahrzeuge

Die Modernisierung des Funkverkehrs in Bundeswehrfahrzeugen stockt – von den 16.000 geplanten Umrüstungen steckt das Großprojekt noch in den Kinderschuhen.

heute 13:40 Uhr | 2 mal gelesen

Wie so oft zwischen Theorie und Praxis klafft auch hier eine Lücke: Eigentlich sollen Deutschlands Panzer, LKWs und Einsatzfahrzeuge längst mit neuen digitalen Funksystemen ausgestattet sein. Aber, und das kann man drehen und wenden, wie man will, laut 'Zeit' stehen nicht mal 1.000 Fahrzeuge mit dem neuen System da – bei einem Gesamtziel von 16.000. Eine dreistellige Zahl hinkt dem ohnehin schon reduzierten Plan für dieses Jahr hinterher. Das ist keine Kleinigkeit, sondern eher der sprichwörtliche Sand im Getriebe: Denn das D-LBO-Projekt, das ganze 20 Milliarden Euro verschlingt, wird als regelrecht kriegsentscheidend betrachtet. Verschiedene Quellen innerhalb der Streitkräfte bestätigen das ernüchternde Bild. Überall, wo man nachhakt – die Probleme sind offenbar tief verwurzelt.

Es wird immer offensichtlicher, dass der Ausbau des digitalen Funks bei der Bundeswehr schleppender als erhofft voranschreitet. Von den geplanten 16.000 Fahrzeugen sind bislang weniger als ein Zwanzigstel umgerüstet. Die Planverfehlung ist nicht nur eine organisatorische Panne, sondern betrifft kritisch die Einsatzfähigkeit der Truppe – gerade mit Blick auf veränderte Sicherheitslagen und die Notwendigkeit schneller, abhörsicherer Kommunikation im Feld. Auch die politische Debatte rund um die Zeitenwende und die Umstrukturierung der Bundeswehr spielt in diese Verzögerungen hinein: In den letzten Tagen wurde in mehreren Medien auf zusätzliche Lieferengpässe, Kompatibilitätsprobleme zwischen alten und neuen Systemen sowie die Überforderung der Rüstungsindustrie hingewiesen. Das Verteidigungsministerium hat sich zuletzt öffentlich zu diesen Mängeln geäußert und Besserung gelobt – konkrete Fortschritte sind bislang aber ausgeblieben. Laut FAZ und Spiegel sind zudem unerwartete technische Schwierigkeiten an Schnittstellen zwischen Alt- und Neufunk aufgetreten, weshalb die genaue Einsatzbereitschaft schwer zu beziffern bleibt.

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