Stellen Sie sich vor, man steht inmitten einer Versammlung – AfD-Plakate an den Wänden, irgendwo ein schwaches Licht – und plötzlich ertönt die „Auferstanden aus Ruinen“. Evelyn Zupke, die Bundesbeauftragte für die Opfer der SED-Diktatur, fühlt sich von solchen Szenen regelrecht vor den Kopf gestoßen, erzählt sie der Rheinischen Post. Für sie bleibt jede Form von DDR-Verklärung, dazu zähle unweigerlich auch das Singen der Nationalhymne, ein Schlag ins Gesicht der vielen, die unter der Diktatur gelitten haben. Denn die Melodie berge mehr als bloße Nostalgie – sie stehe sinnbildlich für einen autoritären Staat, in dem Menschenrechte nicht mehr als leere Floskeln waren. Menschen seien überwacht, gegängelt, weggesperrt worden. Für die Betroffenen – also für diejenigen, die tatsächlich Opfer waren und nicht bloß im Rückspiegel verklären – wiege eine solche Geschichtsverdrängung schwer, fast als wollte man alte Wunden mit Fahrlässigkeit neu aufreißen. Satire? Für Zupke ist es schlicht eine Zumutung.
Die SED-Opferbeauftragte Evelyn Zupke kritisiert scharf das Singen der DDR-Hymne bei einer AfD-Veranstaltung und bezeichnet dies als respektlos gegenüber den Opfern der SED-Diktatur. Sie weist darauf hin, dass die Hymne nicht losgelöst von ihrer historischen Bedeutung betrachtet werden dürfe, da sie ein Ausdruck eines Staates war, der systematisch Bürgerrechte verletzte und zahlreiche Menschen unterdrückte. In den vergangenen Tagen hat das Thema erneut bundesweit für Diskussionen gesorgt, vor allem im Kontext wachsender Besorgnis über die Vereinnahmung ostdeutscher Symbole durch rechtspopulistische Bewegungen. Tatsächlich berichten mehrere Medien darüber, wie sich Debatten um Ostalgie, Identität und politische Instrumentalisierungen von DDR-Geschichte gerade verschärfen. AfD-Veranstaltungen im Osten greifen gezielt auf derartige Symbolik zurück, um Wählergruppen zu mobilisieren, was bei vielen Betroffenen für Empörung sorgt.