Forderungen nach Konsequenzen: Nach Digitalfunk-Panne gerät die Bahn unter Druck

Nach dem massiven Ausfall des Zugfunks verlangt der Fahrgastverband Pro Bahn deutliche Verbesserungen bei der Deutschen Bahn. Der jüngste Vorfall rückt die Technik des Konzerns erneut in den Fokus.

heute 08:25 Uhr | 1 mal gelesen

Manchmal frage ich mich ja wirklich, wie es sein kann, dass essentielle Technik wie der Zugfunk bei der Bahn quasi „auf Kante genäht“ ist. Detlef Neuß vom Fahrgastverband Pro Bahn spricht es unverblümt aus: Die Bahn müsse technisch endlich aufholen und für echte Redundanz sorgen. Zweimal so eine Funk-Störung in so kurzer Zeit – das ist wie beim alten Radio, das immer rauscht, nur dass diesmal der ganze Zugverkehr lahmgelegt wurde. Es kann doch nicht sein, dass ein Software-Update gleich das ganze System zu Boden reißt! Außerdem, die Sache mit den Diensthandys für Zugführer: Da fehlt’s offenbar noch an Grundausstattung – allein das klingt schon absurd. Für Neuß gehört diese Panne zwingend auf den Tisch des Aufsichtsrats. 'Der momentane Zustand der Bahn ist katastrophal', sagt er und hat fast Mitleid für die neue Chefin Palla – den Schrotthaufen hat sie ja quasi “geschenkt” bekommen, am Elend vorher kann sie wenig tun. Neben Pro Bahn fordert auch Tourismusbeauftragter Christoph Ploß rasch Konsequenzen. Gerade zum Ferienbeginn könne eine erneute Groß-Panne fatale Folgen für Urlauber und die Branche insgesamt haben. Für ihn steht fest: Die Ursache muss schnellstens beseitigt und ein solches Desaster künftig verhindert werden. Und irgendwie hat man das Gefühl: Einfache Lösungen dürfte es hier nicht geben, aber ein Anfang wäre vielleicht, sich nicht mehr von Updates überraschen zu lassen.

Inmitten der Debatte über die Zukunft der Bahn nach dem schwerwiegenden Digitalfunk-Ausfall fordern sowohl Fahrgastvertreter als auch Politiker umfassende Maßnahmen, um die Zuverlässigkeit der Technik sicherzustellen. Hintergrund ist, dass das rund 20 Jahre alte GSM-R-Funksystem bereits mehrfach als Schwachstelle identifiziert wurde und nach Expertenansicht dringend erneuert werden müsste. Inzwischen wurde verlautbart, dass ein fehlerhaftes technisches Update die Störung ausgelöst hat; die Deutsche Bahn arbeitet nun mit Hochdruck an Lösungen, während weiterhin Kritik hinsichtlich fehlender Backup-Systeme, unzureichender Kommunikation und schleppender Digitalisierung laut wird.

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