Gebäudeenergiegesetz: Koalition beschließt neue Weichenstellungen für Heizungen

Union und SPD haben einen Kompromiss zur Überarbeitung des Gebäudeenergiegesetzes erzielt. Einige umstrittene Auflagen für Heizsysteme entfallen – Bürgerinnen und Bürger erhalten bei der Wahl der Heizungskonzepte mehr Spielräume.

heute 20:09 Uhr | 3 mal gelesen

Die lang debattierten Auflagen für Heizungen wackeln: Die Ampel-Regelung, nach der alle neuen Heizungen künftig mindestens zu 65 Prozent auf erneuerbare Energieträger angewiesen sein sollten, wird laut Einigung gestrichen. Auch das stufenweise ausgesprochene Verbot alter Heizkessel gehört der Vergangenheit an – ein Schritt, bei dem manche sich wundern, ob das nun Innovationsbremse oder Freiheitsgewinn ist. Was bleibt stattdessen? Beratung beim Heizungskauf wird nicht mehr gesetzlich vorgeschrieben – Bürgermeister kleiner Gemeinden dürften aufatmen, denn Kommunen unter 15.000 Einwohnern müssen keine teure lokale Wärmeplanung mehr machen. Als neue sogenannte 'Grüngasquote' sollen jedoch ab 2028 ein Prozent grüner Wasserstoff und Biogas auch in alten Gebäuden Pflicht werden – Tendenz steigend. Ab 2029 dürfen neue Gas- und Ölheizungen nur mit einem wachsenden Bioanteil laufen, der bis 2040 weiter anzieht. Aber: Die konkrete Entwicklung ist noch recht vage und wird erst 2030 wieder überprüft. Der Unionspolitiker Jens Spahn feiert die Reform als 'Rückkehr der Entscheidungsfreiheit in den Heizungskeller', während SPD-Mann Matthias Miersch den neuen Kurs zwar als echten Wandel, aber auch als einen kalkulierten Kompromiss beschreibt: Die einen sehen mehr Freiheit, die anderen warnen vor neuen Unsicherheiten. Angesichts warnender Studien: Die nötigen Mengen umweltfreundlicher Gase sind knapp – und sie werden laut Experten für Industrie und Spezialbranchen gebraucht, nicht für Privathäuser. Verbraucherschützer warnen vor drohenden Kostenfallen, sollten die Preise für grünes Gas explodieren. Hintergrund: Die Bundesregierung muss bis Ende März zeigen, wie sie trotz Lockerungen im Heizungsgesetz weiter CO2 einspart. Die Zeit drängt, eine überzeugende Alternative zur 65-Prozent-Pflicht ist noch nicht deutlich erkennbar – die Lücke beim Klimaschutz könnte wachsen.

Die ausgehandelte Reform des Gebäudeenergiegesetzes lockert die bisherigen Vorgaben deutlich: Hausbesitzer haben mehr Wahlfreiheit beim Heizungstausch, da die Pflicht zum hohen Anteil erneuerbarer Energien entfällt. Stattdessen kommt eine stufenweise ansteigende Grüngasquote, wobei die genaue Höhe und Umsetzung noch viele Fragen offenlässt. Kritik kommt insbesondere von Forschern und Sozialverbänden, die auf Engpässe und stark steigende Kosten für grüne Gase sowie eine mögliche Verfehlung der Klimaziele hinweisen. Laut Recherchen wurde die Reform von der Belastung vieler Bürger durch Bürokratie und Kostensteigerungen ausgelöst; Kommunen mit weniger als 15.000 Einwohnern werden entlastet. Der Regierung bleibt wenig Zeit, um bis Ende März ein stimmiges Klimaschutzprogramm vorzulegen, besonders da Industrie-Experten schon jetzt vor Engpässen für grünen Wasserstoff und Biomethan warnen. Auch in aktuellen Debatten findet sich viel Skepsis, ob die Lockerung der Auflagen nicht zulasten der Klimaziele geht. Nach ergänzender Online-Recherche finden sich dazu zahlreiche neue Analysen, die die Reform teils kritisch beleuchten: - Laut 'Süddeutscher Zeitung' sehen Experten die Gefahr, dass die geringen Vorgaben für grüne Gase schwer umzusetzen sind, die Industrie aber dringend auf klimafreundliche Alternativen angewiesen ist. Die Kosten für Privathaushalte könnten durch die knappen Ressourcen steigen. Die Politik müsse daher nun umso entschiedener Wege finden, um die Klimaziele nicht zu verfehlen (Quelle: [Süddeutsche Zeitung](https://www.sueddeutsche.de)). - Die 'FAZ' berichtet, dass die Reform auch eine politische Spagatübung darstellt: Während die FDP auf Technologieoffenheit pocht, geben Klimaschützer zu bedenken, dass Deutschland bei grünem Wasserstoff noch ganz am Anfang steht. Viele halten das Erreichen der Klimavorgaben für gefährdet – und drängen auf rasche Nachbesserungen (Quelle: [FAZ](https://www.faz.net)). - Bei 'ZEIT Online' wird die Diskussion um die neue Grüngasquote eingeordnet: Es bleibe offen, wie ambitioniert die künftigen Anhebungsschritte tatsächlich ausfallen. Stimmen aus der Forschung warnen, es sei ineffizient und teuer, Gasheizungen im Bestand mit grünem Wasserstoff zu betreiben – die Reform bringe daher allenfalls kurzfristig mehr Flexibilität, langfristige Lösungen für eine klimaneutrale Wärmeversorgung stünden weiter aus (Quelle: [ZEIT Online](https://www.zeit.de)).

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