Wenn man Felix Banaszak zuhört, bekommt man den Eindruck, Berlin werde aktuell von einer fast kindischen Trotzreaktion regiert. 'Spahn und Reiche reden eigentlich weniger über Politik, sondern mehr über ihre alte Obsession: Habeck', so Banaszak im Interview mit RTL und ntv. Wirkliche Themen wie Mieterinteressen, das Handwerk oder gar die Wärmepumpenbranche seien völlig aus dem Fokus geraten. Stattdessen werde der Bevölkerung munter suggeriert, man könne – la voilà! – einfach weitermachen mit Öl- und Gasheizungen, ganz als wäre Klimawandel nur ein Gerücht. Woran sich Banaszak besonders stößt: Die sogenannte Grüngasquote. Seine Worte klingen sarkastisch, fast entgeistert: 'Das ist doch Augenwischerei! Weder reicht es, noch ist es für irgendjemand bezahlbar.' Für ihn sind grüne Gase im Grunde genommen nur das Feigenblatt der Gasindustrie, so wie E-Fuels es beim Verbrenner waren. Was bleibt? Champagnerlaune in Führungsetagen der Gas-Lobby – und für den Rest weiterhin steigende Kosten, nur eben hübsch mit Klimaetikett. Kritisch richtet sich sein Blick schließlich auf die Wahlkampf-Motive der Union, die mit der markigen Losung 'Alles, was nach Habeck aussieht, muss weg!' das Gesetz aus reiner Symbolik heraus stutze. Wer so regiert, so Banaszak, nimmt Knochenbrüche in Kauf – Hauptsache, man kann nachher verkünden, man sei mutig vom Baum gestiegen. Ob das Politik mit Anspruch ist? Eher ein trauriges Schauspiel.
Der Streit um das sogenannte Heizungsgesetz entfacht erneut eine hitzige Debatte über die Energiepolitik in Deutschland. Während die schwarz-rote Koalition Teile des Gesetzes kippt und eine Grüngasquote einführen möchte, werfen die Grünen vor allem der Union vor, vor der Gaslobby zu kuschen und Klimaschutz sowie soziale Absicherung bewusst auszublenden. In den letzten 48 Stunden wurde in mehreren Leitmedien betont, dass die geplante Grüngasquote sowohl von Experten als auch NGOs als teuer und ineffizient eingestuft wird; Sozialverbände warnen zudem vehement davor, dass die soziale Komponente und die Entlastung von Geringverdienern im neuen Kompromiss komplett fehlen (eine umfassende Analyse und Einordnung findet sich etwa bei Süddeutsche Zeitung und Zeit Online). Gleichzeitig wird deutlich, dass große Unsicherheit bei Hauseigentümern und Mieter:innen herrscht, da verbindliche Förderzusagen und langfristige Strategien weiter auf sich warten lassen.