Er hält es für naiv zu glauben, dass ein Eigentümerwechsel allein Wunder auf dem Wohnungsmarkt bewirkt. Klar, Vergesellschaftung könnte langfristig Mieten begrenzen und Einfluss sichern – im Prinzip. Aber es darf dabei nicht bleiben: „Was wir brauchen, sind mehr Wohnungen. Und zwar möglichst unkompliziert, damit es nicht wieder jahrelang bei den Ankündigungen bleibt.“ Dazu müsse auch die Bürokratie zurechtgestutzt werden, findet Gysi – für Investoren wie für Bauwillige. Im Kern gehe es für ihn wie für viele Berliner:innen vor allem um eines: „Bezahlbar wohnen – das ist das, was zählt. Aber ehrlich gesagt, momentan sind wir davon weit entfernt.“ Man spürt förmlich seine Ungeduld – und vielleicht auch ein bisschen Resignation angesichts endloser Debatten ohne greifbare Veränderung.
Gregor Gysi lehnt sich gegen die rein auf Vergesellschaftung setzende Linie innerhalb seiner Partei auf. Er betont, dass zusätzliche Wohnungen gebaut werden müssen, um der Wohnungsnot in Berlin effektiv zu begegnen. Laut aktuellen Berichten bleibt das Thema Wohnungsbau in Berlin heiß umkämpft, mit Widerstand von Immobilienfirmen, unsicheren politischen Mehrheiten und andauernden Auseinandersetzungen nach dem Volksentscheid; Gysi bringt frischen Wind in die Debatte, indem er aktiv die praktische Umsetzung und beschleunigten Bau als zentrale Stellschrauben fordert.