Schon im Herbst 2025 versammelten sich auf Initiative von Ksenija Bekeris und Dr. Carsten Brosda Bildungsakteure, Medienvertreter und Engagierte aus Hamburg – durchaus kein alltägliches Treffen, und vielleicht typisch hanseatisch pragmatisch: Die bestehenden Angebote für Medienkompetenz gibt es zwar, aber im Bildungssystem verliert man schnell den Überblick. Der „News-Navigator“ will genau diese Lücke schließen: als Drehkreuz, als Plattform, als Scharnier zwischen Schulen, Medienhäusern und Bildungsprojekten. Im Kern geht’s darum, Medienbildung greifbar zu machen – nicht als abstraktes Thema, sondern als Einladung, selbst zu recherchieren, nachzufragen, kritisch zu sein und eigene Inhalte zu veröffentlichen.
Senatorin Bekeris bringt es ein bisschen nüchtern, aber treffend auf den Punkt: Wer heute keine Nachrichtenkompetenz besitzt, ist schnell verloren im Wirrwarr der Infoflut. Die neuen Pilotschulen setzen auf Methode „Learning by Doing“: Schülerinnen und Schüler sollen echten Redaktionsalltag erleben, von ersten Recherchen bis zur fertigen Veröffentlichung; dabei helfen Journalist:innen und Medienpädagog:innen – vielleicht prickelnder als mancher Bio-Unterricht. Auch Kultur- und Mediensenator Brosda zeigt sich überzeugt: Ein strukturierter Zugang zu verlässlichen Quellen ist nicht weniger als das Rückgrat der Demokratie. Die Medienbranche in Hamburg stellt Angebote vor, Lehrer:innen testen mit, Ideen werden in Workshops geschliffen. Man ahnt, dass die Anfangseuphorie jetzt erstmal von der Arbeitsrealität eingeholt wird; aber immerhin, Hamburg setzt ein Zeichen.
TIDE, der Ausbildungs- und Bürgersender, spielt eine Schlüsselrolle dabei, weil hier Theorie und Praxis zwanglos ineinandergreifen. Egal ob Podcasts, Videos oder Doppelseiten: Hier probieren Ehrenamtliche genauso wie Auszubildende aus, wie Medien gestaltet, bewertet, hinterfragt werden. Ein bisschen „Selbermachen statt konsumieren“ steckt in der DNA des Senders. #UseTheNews ergänzt das Ganze um wissenschaftliche und länderübergreifende Perspektiven – der Austausch mit Partnern quer durch Europa ist durchaus Programm. Vielleicht muss man das mit der allerneuesten Initiative aus Hamburg gar nicht zu groß verkaufen. Aber wenn sich Lehrkräfte, Medienmacher und Jugendliche dauerhaft vernetzen, dann steckt darin eine Menge Potenzial, die klassischen Medienkompetenz-Kurse ausstauben zu lassen – und für frischen Wind im deutschen Schulalltag zu sorgen.
Der „News-Navigator“ in Hamburg bringt Lehrkräfte, Medienexperten und Schüler:innen an einen Tisch, um Medienbildung nicht nur zu lehren, sondern sie gemeinsam zu erleben. Das Projekt zielt darauf ab, im Dickicht der vorhandenen Angebote mehr Übersicht und Zugänglichkeit für Schulen zu schaffen; durch Workshops, Praxisprojekte und eine zentrale Anlaufstelle soll kritischer Umgang mit Nachrichten im Schulalltag fest verankert werden. Mit im Boot: Die Plattform TIDE, die seit Jahren experimentelle Medienbildung betreibt, und #UseTheNews, die deutschland- und europaweit neue Modelle der Nachrichtenkompetenz entwickelt haben. Aus aktuellen Berichten (u. a. von taz, FAZ, Spiegel und Zeit) wird deutlich, dass die Bedeutung von Medienkompetenz im Kontext von Fake News, KI-gestützter Desinformation und Social-Media-Algorithmen sprunghaft wächst – viele Bundesländer schaffen hier vergleichbare Pilotprojekte, doch Hamburgs Ansatz, Schule und Medienhaus direkt zu verzahnen, gilt aktuell als wegweisend. Auch auf Bundes- und EU-Ebene sieht man wachsende Initiativen, die gezielt junge Menschen für Manipulationen sensibilisieren und den Austausch mit journalistischen Profis suchen. Im europäischen Vergleich zeigt sich, dass Medien- und Nachrichtenkompetenzprogramme besonders dort erfolgreich sind, wo Schüler:innen eigenständig Inhalte erstellen und der Kontakt zu Profis im Mittelpunkt steht – das Hamburger Modell hat also durchaus Strahlkraft, wenn es gelingt, die praktische Umsetzung in den Schulen dauerhaft abzusichern.