Bis spätestens zum 1. Juli 2026 soll das neue Gebäudeenergiegesetz (GEG) gelten – doch für Kai Warnecke, Chef des Verbandes Haus & Grund, rinnt die Zeit mittlerweile fast unaufhaltsam dahin. Das Parlament muss erst einen Gesetzentwurf erstellen, die Materie diskutieren, Experten zu Wort kommen lassen und schließlich abstimmen. Angesichts der Erfahrungen mit dem Verfassungsgericht mahnt Warnecke: Das Gesetz sollte bis spätestens Mitte Februar im Bundestag vorgelegt werden – was er selbst als kaum erreichbar einschätzt. Die Parteien-Fronten sind verhärtet: Wichtige Punkte werden zwischen den Spitzen von SPD und Union verhandelt, aber echte Fortschritte gab es bislang nicht. Frühestens Anfang Februar ist ein Konzeptpapier zu erwarten, so berichten es Kreise aus der Koalition. Eine Hauptstreitlinie bleibt die sogenannte 65-Prozent-Regel, die einen zu großen Anteil klimaneutraler Technik für neue Heizungen verlangt – das lehnt die SPD strikt ab, während die Union deren Abschaffung fordert. Sollte die Reform scheitern, greift in Städten über 100.000 Einwohnern die umkämpfte Vorgabe: Wer dann eine neue Heizung einbauen will, kommt praktisch nicht an einer Wärmepumpe oder Hybridlösung vorbei – beides teuer und nach Meinung Warneckes eine Belastung statt Fortschritt für Klima und Bürger. Auch der Verband kommunaler Unternehmen drängt auf schnelle Entscheidungen und fordert Planbarkeit. Zu oft ändern sich die Regeln, was alle Beteiligten – von Bürgern bis Kommunen – drastisch verunsichere. Man spürt die Ungeduld.
Die Unsicherheit rund um die GEG-Reform wächst, während die Fraktionen von Union und SPD in zentralen Fragen feststecken. Besonders die 65-Prozent-Regel – also die Pflicht, neue Heizungen überwiegend klimaneutral zu betreiben – sorgt für Streit und Verunsicherung bei Eigentümern, Branchenverbänden und Kommunen. Aktuelle Berichte zeigen, dass viele Sanierungswillige auf Entscheidungen warten, während Wärmepumpen immer noch von hoher Nachfrage, aber auch Lieferengpässen betroffen sind. Die Wohnungswirtschaft betont, dass sozialer Ausgleich und praktikable Übergangsfristen fehlen. Hintergrund-Recherchen weisen darauf hin, dass vor allem ältere und einkommensschwächere Haushalte sich Sorgen um die Umsetzbarkeit machen. Die politische Landschaft zeigt sich – etwa laut taz oder Spiegel – weiterhin zerklüftet: Einigkeit herrscht lediglich über die Dringlichkeit, nicht jedoch über den Weg.