Björn Höcke und weitere AfD-Funktionäre fordern eine gravierende Änderung der parteiinternen Unvereinbarkeitsliste: Künftig sollen nur noch Organisationen ausgeschlossen werden, die explizit und gewaltsam auf die Errichtung einer Diktatur hinarbeiten. Diese angestrebte Neubewertung trifft auf deutliche Kritik von Politikwissenschaftlern, die darin eine deutliche Verwässerung beziehungsweise eine strategische Einschränkung des Extremismusbegriffs sehen. Zeitgleich wird darüber diskutiert, wie diese innerparteilichen Verschiebungen auf das öffentliche Bild der Partei und ihre rechtliche Position im Umgang mit Beobachtungen durch Sicherheitsbehörden wirken könnten. Aktuell berichten zahlreiche Medien über wachsende Spannungen innerhalb der AfD vor dem Parteitag in Erfurt, wo Richtungsentscheidungen wie die Überarbeitung der Unvereinbarkeitsliste die Rolle der Partei im politischen Spektrum neu definieren könnten. Fachleute und politische Beobachter warnen davor, dass eine solche Einschränkung der Extremismus-Definition die Abgrenzungsbereitschaft der Partei weiter schwächen könnte, mit möglichen Auswirkungen auf ihre Beobachtung durch den Verfassungsschutz. Parallel dazu wird in verschiedenen Leitmedien auch thematisiert, wie sich der innerparteiliche Kurswechsel auf die öffentliche Wahrnehmung und die Mobilisierung der politischen Basis der AfD auswirken könnte – erste Umfragen deuten bereits auf ein gesteigertes Interesse bzw. auf eine Polarisierung in der Wählerbasis hin.