Es gab eine kurze Pressemitteilung vom Auswärtigen Amt: Deutschland hat Polen wieder einige jener Kulturgüter zurückgegeben, die während der Besatzungszeit im Zweiten Weltkrieg entwendet oder verschoben wurden. Solche Übergaben sind längst mehr als symbolisch – sie fungieren fast wie kleine Bausteine für das Fundament eines zukünftigen Miteinanders. Der Außenminister (zur Abwechslung mal nicht Scholz, sondern Wadephul von der CDU) betonte, dass so Respekt und Verantwortung konkret sichtbar werden. Interessant fand ich die Erwähnung der Rückgabe des Liedmanuskripts 'Gaude Mater Polonia', fast schon als Fingerzeig auf die Rolle der Kultur, wenn es darum geht, Unrecht zu benennen und anzuerkennen. Marion Ackermann, Chefin der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, zeigte sich ehrlich erleichtert über die Rückkehr eines Manuskripts, das vermutlich eine eigentümliche Melancholie in sich birgt – weil es eben Spuren einer sehr düsteren Ära trägt. Parallel dazu nutzte Verkehrsminister Schnieder das 35-jährige Jubiläum des Deutsch-Polnischen Freundschaftsvertrages für einen offiziellen Übergabetermin von Eisenbahnmodellen – für mich eine etwas kuriose Mischung aus Nostalgie, Politik und Märklin-Bahn. Und: Diese deutsch-polnische Arbeitsgruppe, die seit dem letzten Winter (dem 1. Dezember 2025) besteht, arbeitet durchaus sichtbar, das vielleicht als Hoffnungsschimmer: Historische Verantwortung ist kein leeres Wort mehr, sondern wird zumindest stellenweise praktisch.
Deutschland hat im Rahmen des 35-jährigen Bestehens des Deutsch-Polnischen Freundschaftsvertrages erneut Kulturgüter an Polen zurückgegeben, darunter ein wichtiges Musikmanuskript und Eisenbahnmodelle. Die Aktion ist Ergebnis einer engeren Zusammenarbeit, die seit Dezember 2025 durch eine bilaterale Arbeitsgruppe forciert wurde und sowohl von deutschen als auch polnischen Behörden aktiv vorangetrieben wird. Hintergrund ist die anhaltende Debatte um Restitution und Wiedergutmachung für kulturelle Verluste durch die deutsche Besatzung im Zweiten Weltkrieg. Darüber hinaus gibt es immer wieder Forderungen insbesondere aus Polen, auch auf politischer und rechtlicher Ebene die Rückgabe von geraubten Gütern zu beschleunigen, während Deutschland die symbolische Bedeutung dieser Gesten hervorhebt. Anders gesagt: Der Umgang mit geraubtem Kulturgut bleibt einer der sichtbarsten und emotional aufgeladensten Schauplätze der deutsch-polnischen Beziehungen – und ein ziemlich dickes Brett für beide Seiten.