Clemens Fuest, der Chef des Münchner Ifo-Instituts, stellt sich klar gegen die Wiedereinführung eines Tankrabatts. Aus wirtschaftlicher Sicht sei es essenziell, dass Autofahrer den Anstieg der Benzinpreise wahrnehmen – so entstehe der notwendige Anreiz, sparsamer zu handeln und gegebenenfalls Alternativen zu nutzen, etwa den öffentlichen Nahverkehr. In den letzten Tagen hat sich die Debatte um Maßnahmen gegen steigende Spritpreise verschärft, befeuert durch die jüngsten weltweiten Ölmarkt-Turbulenzen und politische Initiativen wie jene von Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze. Laut aktuellen Medienberichten sehen auch viele Fachleute das Risiko, dass eine Preissenkung durch den Staat nicht bei den Verbrauchern landet oder sogar kontraproduktiv wirkt, indem sie den Anreiz zum Energiesparen untergräbt. Zudem gibt es Hinweise darauf, dass die lange Subventionierung zwar kurzfristig Entlastung brachte, jedoch keinerlei nachhaltigen Lenkungseffekt hatte und mit erheblichen Kosten für die Staatskasse einherging. Die Erfahrung aus dem Jahr 2022 zeigte darüber hinaus, dass manche Mineralölkonzerne einen Teil des Rabatts einbehielten, was die Wirksamkeit weiter reduzierte.