Versicherung fühlt sich für viele kleine Unternehmen ein bisschen wie ein Dschungel an, in dem man sich ständig verirrt. Laut „Hiscox Global Protection Gap Report“ wissen nur 16 % der kleinen Unternehmer in Deutschland genau, wofür ihre Berufshaftpflicht einspringt – eine unglaublich niedrige Zahl, wenn man drüber nachdenkt. Noch düsterer sieht's bei anderen Versicherungen aus: Nur 36 % verstehen ihre Betriebshaftpflicht im Detail, bei Cyberversicherungen sind's sogar nur 21 %. Damit lauert das böse Erwachen nicht weit entfernt. Was überrascht: Sieben von zehn Befragten haben massive Lücken im Schutz – nicht, weil ihnen Policen fehlen, sondern weil sie oft gar nicht wissen, was eigentlich in ihrem Portfolio steckt. Diese Unsicherheit zeigt sich besonders dann, wenn neue Geschäftsmodelle oder extra Projekte starten, aber niemand so recht anpasst, was auf dem Papier steht. Gerade bei beratenden oder projektbasierten Berufen kann ein winziger Fehler rasch zu teuer werdenden Schadenersatzklagen führen. Ein weiteres Problem: Viele Unternehmer unterschätzen schlichtweg, ab wann ausreichender Schutz erforderlich ist. Über die Hälfte schließt zwar schon vor dem ersten Verkauf eine Police ab, doch fast genauso viele denken erst später ans Risiko – wenn das Geschäft schon brummt. Ein Trugschluss, denn gerade die Anfangszeit ist voller Fallstricke. "Man neigt dazu, zu denken: Ich bin doch irgendwie schon abgesichert", meint Roman Potyka von Hiscox, "aber das böse Erwachen kommt leider oft zu spät." Verantwortung tragen also nicht nur Makler und Versicherer, sondern die Chefs und Chefinnen selbst. Über Risiken reden, regelmäßig Verträge prüfen, das ist kein Luxus, sondern überlebenswichtig. Wer das verpasst, lebt gefährlich – und das meistens, ohne es wirklich zu merken. Übrigens, die Umfrage basiert auf Daten von insgesamt 6.250 Unternehmern aus sechs europäischen Ländern und den USA, darunter 1.000 aus Deutschland.
Ein eklatanter Mangel an Wissen über den eigenen Versicherungsschutz betrifft laut Hiscox-Studie besonders kleine Unternehmen in Deutschland – nur 16 % kennen Details ihrer Berufshaftpflicht. Die Folge: Viele Firmen sind ohne es zu bemerken unterversichert und gefährden sich bei Fehlern, Haftungsfällen oder Cyberangriffen schnell existenziell. Interessanterweise zeigt sich das Problem teils in Missverständnissen über den richtigen Zeitpunkt für Versicherungsabschlüsse, was gerade in der frühen Gründungsphase riskant ist.
Neueste Berichte auf relevanten deutschen Nachrichtenseiten beschäftigen sich mit ähnlichen Fragen der Sensibilisierung für Unternehmensrisiken, der wachsenden Rolle von Cyberversicherungen in digitalen Zeiten und dem wachsenden Beratungsbedarf bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). So wird etwa auch auf den steigenden Beratungsbedarf angesichts komplexer Versicherungsprodukte verwiesen und darauf, dass viele KMU angesichts volatiler Märkte und Risiken durch Digitalisierung auf professionelle Hilfe angewiesen sind. Die tiefergehende Auseinandersetzung betrifft zunehmend auch ethische Aspekte der Versicherung, etwa wie gut Policen auf internationale Lieferketten oder Nachhaltigkeit eingehen.