Kai Wegner kennt den Bundespräsidenten als jemand, der sich seit jeher für die olympische Idee erwärmt. „Wir wollen die Olympischen Spiele wieder nach Deutschland bringen“, betonte er – auch wenn das schwierige Erbe der Nazi-Spiele 1936 dabei im Raum steht. Dieses Kapitel dürfe nicht übergangen werden, darin müsse man sich ernsthaft auseinandersetzen. Dennoch überwiege für Wegner der Gedanke, im Jahr 2036 ein völlig neues, weltoffenes und demokratisches Berlin zu präsentieren – kein Schatten der Vergangenheit, sondern ein Statement für Freiheit und Vielfalt.
An einer anderen Front gibt sich Wegner dagegen kämpferisch. Das Thema Steuerpolitik – und insbesondere die Debatte über eine mögliche Mehrwertsteuererhöhung – sieht er äußerst kritisch. Für den CDU-Politiker wäre das zurzeit absolut das falsche Signal. Gerade jetzt, wo viele Familien spüren, wie weit der Euro im Supermarkt oder an der Tanksäule (um nur zwei Beispiele zu nennen) nicht mehr reicht, müsse die Politik Entlastungen ermöglichen. Alles andere stelle für ihn keine Option dar.
Kai Wegner sieht in Steinmeiers Unterstützung für die Berliner Olympia-Bewerbung 2036 einen entscheidenden Fortschritt: Gerade angesichts der historischen Bürde der Olympischen Spiele 1936 ist für beide Politiker entscheidend, heute ein Zeichen für Offenheit und Demokratie zu setzen. Wegner spricht sich jedoch gleichzeitig vehement gegen eine Erhöhung der Mehrwertsteuer aus, weil er in der aktuellen Lebenshaltungssituation vieler Menschen Entlastung statt Belastung als notwendig erachtet. Die öffentliche Debatte ist komplex: Nach Informationen aus neuen Medienberichten beschäftigen sich zahlreiche Newsportale mit der gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und historischen Tragweite einer möglichen deutschen Olympia-Bewerbung – neben sozialen Aspekten und Chancen für das Land werden auch kritische Stimmen laut, etwa was Kosten, Sicherheitsaspekte und internationale Wirkung betrifft.