Manchmal sagt das, was nicht passiert, mehr als große Parolen. So bleibt es um SPD-Chefin Bärbel Bas und ihren Co-Vorsitzenden Lars Klingbeil ziemlich ruhig, wenn man die Wahlkampfpläne in den ostdeutschen Bundesländern betrachtet – zumindest, was öffentliche Auftritte angeht. Laut einem Bericht der "Welt" plant Steffen Krach, Spitzenkandidat in Berlin, gerade keine gemeinsamen Veranstaltungen mit den beiden Bundespolitikern. In Sachsen-Anhalt war Bas schon für einen Termin vor Ort – zumindest ein symbolisches Lebenszeichen. Klingbeil soll dort ebenfalls einmal auftauchen; es klingt ehrlich gesagt nicht nach großer Tour. In Mecklenburg-Vorpommern wiederum hält man sich offenbar lieber an alte norddeutsche Gelassenheit: Das Büro von Manuela Schwesig teilte mit, der Fokus solle ganz klar auf dem eigenen Land liegen. Bundespolitiker werden also nicht erwartet – zumindest nicht auf der Bühne. Die Begründung? Schwesig unterstützt die Idee, sämtliche SPD-Kräfte auf Sachsen-Anhalt zu bündeln, weil es dort eng wird. Und eine gewisse Unsicherheit schwingt ohnehin mit: Innerhalb der SPD brodelt es, viele zweifeln an der Führung. Und dann diese Landtagswahlen im September – gerade in Sachsen-Anhalt sieht es laut aktuellen Umfragen düster aus für die Sozialdemokraten. Wer mag, erkennt hier eine Strategie. Oder schlicht Unsicherheit. Schwer zu sagen, was am Ende überwiegt.
Vor den Landtagswahlen im September halten sich die beiden SPD-Bundesvorsitzenden Bärbel Bas und Lars Klingbeil bei Wahlkampf-Auftritten im Osten auffallend zurück. Laut Sprecher von Berlins SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach sind keine öffentlichen Auftritte der beiden geplant. Während Bas bereits einen Termin in Sachsen-Anhalt wahrnahm und Klingbeil dort wohl einmal auftreten wird, setzt Mecklenburg-Vorpommern laut Büro von Ministerpräsidentin Schwesig auf lokale Kampagnen und befürwortet eine Konzentration der Bundespartei auf Sachsen-Anhalt, wo die SPD derzeit laut Umfragen um den Einzug in den Landtag kämpfen muss. Hinzu kommt laut Berichten von der Zeit und der FAZ, dass die SPD intern zunehmend mit Führungssorgen und Selbstzweifeln kämpft, was den zurückhaltenden Wahlkampfstil erklären könnte. Generell wird die geringe Präsenz der Führung für viele als Signal gelesen, dass die Partei auf Distanz zur Bundespolitik setzen will, um vor Ort mehr Glaubwürdigkeit zu gewinnen (beispielsweise berichtet die FAZ, dass die SPD sich beim Wähler im Osten erst wieder behaupten muss; die Süddeutsche sieht hingegen ein Risiko darin, dass die eigene Mobilisierung leidet, wenn keine prominenten Köpfe auftreten; Die Zeit analysiert, dass die Partei zwischen Bundes-Belastung und lokaler Identität laviert).