Im Scheinwerferlicht: Christoph Gröners Immobilienreich und seine politischen Seilschaften

Im Dezember 2024 kam richtig Bewegung in die Leipziger Immobilienlandschaft: Die Staatsanwaltschaft klopfte bei Christoph Gröner an – im Gepäck schwere Vorwürfe rund um Insolvenz und nicht gezahlte Löhne. Die MDR-Reporter Tom Fugmann und Marcel Siepmann graben seitdem tiefer nach: Wie weit verzweigen sich Geschäft und Politik in Gröners Imperium? Im Mittelpunkt ihrer TV-Reportage steht sowohl das System Gröner als auch dessen Stützen in der Politik – etwa Ex-Kanzleramtsminister Pofalla.

heute 14:47 Uhr | 4 mal gelesen

Man muss es fast hollywoodreif nennen: Noch vor nicht allzu langer Zeit ging für Christoph Gröner alles fast wie im Rausch. Bauland kaufen, Projekte stemmen, Versprechen verteilen – in Leipzig, München, Berlin, quer durchs Land wurde gebaut, geplant, investiert. Legendär: Gröners feinsinniger Spruch, wie Millionen sich einfach ins System zurückspielen lassen. Was dabei schnell ins Auge fiel, war auch die Mischung aus Geschäft und Politik: Gröner setzt auf bekannte Köpfe als Türöffner und Berater – Gerhard Schröder oder Ronald Pofalla etwa. Das verlieh seinem Firmengeflecht eine Aura der Unangreifbarkeit. Doch jetzt ist der Lack ab: Teilinsolvenzen, offene Rechnungen, verärgerte Handwerker. Auf so mancher Baustelle bewegt sich seither kein Kran mehr. Trotzdem hat der Baulöwe den Dreh raus und stellt seine Firmenstruktur gefühlt alle paar Monate um – so bleibt er zumindest am Rande handlungsfähig. Die MDR-Reportage, die ab 10. März in der ARD Mediathek und im Fernsehen läuft, fragt genau nach: Warum hat das einmal so vielversprechende Modell offenbar Schiffbruch erlitten? Die Doku ist eingebettet in den ARD-Fokus #besserwohnen (online unter ard.de/besserwohnen). Am 25. März gibt es im MDR-Fernsehen weitere Diskussionen – z. B. darüber, wie Leerstand und Verfall mit Wohnungsknappheit und Mietwahnsinn zusammenhängen. Bürgerfragen stehen im Mittelpunkt; Experten aus verschiedenen Disziplinen stellen sich der öffentlichen Debatte – alles im Livestream sowie ein Jahr lang on demand. Wer Kontakt sucht – der MDR-Kommunikationsdesk ist per Mail und Telefon erreichbar.

Die MDR-Reportage beleuchtet die spektakulären Auf- und Abstiege von Christoph Gröner, einem der auffälligsten deutschen Immobilienunternehmer. Er setzte auf prominente politische Kontakte, um seine ambitionierten Bau-Projekte deutschlandweit durchzuboxen, geriet aber laut aktuellen Ermittlungen zunehmend unter Druck: Teilinsolvenz, Zahlungsprobleme und Baustellenstillstand haben das einstige Erfolgsmodell bröckeln lassen. Recherchiert wurde, dass unter anderem in Leipzig mehrere Bauprojekte infolge der Insolvenz eingefroren wurden und zahlreiche Zulieferer monatlich auf Zahlungen warten, während politisch die enge Verflechtung von Gröners Netzwerk und Ex-Entscheidern inzwischen kritisch diskutiert wird.

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