Am krassesten ist der Pessimismus aber bei der Wirtschaft: Lediglich 10 Prozent spüren eine Stärkung des Standorts – 65 Prozent können keine Bewegung erkennen, während sich der Rest sogar nachteilig äußert. Eine ähnliche Verteilung meldet die Bevölkerung bei der Verkehrsinfrastruktur, wo die Hälfte der Umfrageteilnehmer Rückschritte beklagt.
In Sachen Sicherheit trüben sich die Erwartungen weiter ein: Kriminalitätsbekämpfung und innere Sicherheit überzeugen nur 15 Prozent positiv – fast die Hälfte meint sogar, es gehe rückwärts. Beim Dauerbrenner Rente ist der Abstand zur Erwartung aus dem Vorjahr zwar kleiner (nur 9 Prozentpunkte schlechter), doch mit mageren 11 Prozent Verbesserungs-Zuspruch bleibt der positive Eindruck ein Randphänomen. Im Gegenteil, zwei Drittel empfinden einen Rückschritt.
Alles, was nach Zukunft klingt – also Digitalisierung, Klima, Bürokratieabbau – erreicht Deutschland, nach Meinung vieler, nur mühselig oder gar nicht. Bei der Digitalisierung sagt immerhin jeder fünfte, es gehe aufwärts. Beim Klimaschutz winken nur 9 Prozent zufrieden ab, während 46 Prozent den Daumen nach unten zeigen. Besonders trübe ist das Fazit beim Thema bezahlbarer Wohnraum: Nur 6 Prozent sprechen von Fortschritten, 69 Prozent sehen Verschlechterung – Negativrekord unter den abgefragten Themen.
Befragt wurden eintausend wahlberechtigte Erwachsene zwischen 18 und 75, internetbasiert und nach allseits üblichen soziodemografischen Kriterien gewichtet. Der Befragungszeitraum: 3. bis 5. Juli 2026. Man spürt das Echo: Hoffnung gibt’s wenig, die Katerstimmung ist breit.
Die aktuelle Ipsos-Umfrage verdeutlicht einen überraschend deutlichen Unterschied zwischen den Erwartungen an die Bundesregierung nach ihrem Amtsantritt und der tatsächlichen Wahrnehmung ihrer Arbeit heute. Während die Einsatzfähigkeit der Bundeswehr noch am ehesten als verbessert gilt, dominiert ansonsten in sämtlichen Politikfeldern von Wirtschaft, Infrastruktur, Sicherheit bis Sozialem die Enttäuschung – nur ein kleiner Teil der Befragten konstatiert echte Verbesserungen. Viele Deutsche erleben vielmehr Stillstand oder Rückschritte, vor allem beim Wohnungsbau und Klimaschutz; die wenigen positiven Ausreißer reichen insgesamt nicht, das seit Jahren schwelende Politikvertrauen wiederherzustellen.
Ergänzende Details aus neuen Recherchen: Laut dem Nachrichtenmagazin 'Spiegel' sind auch andere Umfragen zu ähnlichen Ergebnissen gekommen, insbesondere nimmt die Ablehnung gegenüber geplanten Reformen zur Sozialversicherungsstruktur zu. Die 'Süddeutsche Zeitung' berichtete, dass jüngst vor allem die schleppende Umsetzung digitaler Verwaltungsvorhaben für öffentlichen Unmut sorgt. Gleichzeitig betont 'Zeit Online', dass die Wirtschaftsflaute und Unsicherheit über das Energieangebot die ohnehin fragile Stimmung verstärken.