Der Streit um die deutsche Haltung bei EU-Beratungen zu israelischen Siedlungen bewegt die Koalition spürbar. Besonders in der SPD mehren sich die Stimmen, die für einen offeneren und kritischeren Umgang mit Israels Siedlungspolitik plädieren, vor allem angesichts der wachsenden völkerrechtlichen Bedenken durch Netanjahus Regierung. Während innerhalb der EU bereits über konkrete Beschränkungen beim Handel mit Produkten aus den Siedlungsgebieten diskutiert wird, muss sich die Bundesregierung zunehmend rechtfertigen, warum sie eine klare Positionierung vermeidet. Aktuelle Berichte zufolge spitzt sich die Debatte zu: Die innenpolitische Uneinigkeit in Deutschland erschwert eine gemeinsame europäische Linie, während international der Druck steigt. Es wird immer deutlicher, dass eine symbolische Enthaltung oder ein bloßes Festhalten am Status quo nicht mehr ausreicht, um den Erwartungen der europäischen Partner wie auch vieler deutscher Politiker gerecht zu werden. Zugleich ist die Gemengelage international noch komplexer geworden, da neue Berichte über Gewalt im Nahen Osten weitere Dringlichkeit in die EU-Beratungen bringen.