Wenn man genauer hinsieht, zeigt sich: Die politischen Unsicherheiten rund um die Straße von Hormus schlagen wie eine Welle bis in den europäischen Klinikalltag. Chinesische Chemiekonzerne, von denen viele Basisstoffe für Einweghandschuhe, Kittel oder Drainagen liefern, sehen sich durch die Blockade plötzlich außerstande, zugesagte Warenmengen zum vereinbarten Preis zu schicken – das sagte zumindest ein Branchenkenner gegenüber dem 'Spiegel'. Im Endeffekt hängt davon ein Großteil des Verbrauchsmaterials ab, das in Krankenhäusern eigentlich niemand missen will. Es ist fast wie eine Neuauflage der Pandemie-Zeiten: Plötzlich heißt es wieder, wer am gierigsten bezahlt, bekommt das wichtige Rohmaterial – alles andere bleibt liegen. Michael Koch vom Großhändler Medika Medizintechnik meint, mindestens 20 Prozent Preisaufschlag seien jetzt schon absehbar. Im Harzklinikum Quedlinburg ist die Devise sogar: Vielleicht müssen wir 30 Prozent draufrechnen, und das ginge an die Substanz."
Noch gibt sich das Gesundheitswesen in Deutschland erstaunlich gelassen, denn die Lagerquellen sind nicht leer – aber auch niemand ist so naiv zu glauben, dass das beliebig so bleibt. Viele sagen: Die nächste Engpass-Situation rollt bereits an, selbst wenn das in den Krankenhausfluren noch niemand merkt. Und wer jetzt an stabile Versorgung glaubt, könnte bald unangenehm überrascht werden.
Im Schatten der aktuellen Iran-Krise geraten die globalen Lieferketten für medizinische Schutzausrüstung zunehmend ins Wanken – insbesondere wegen Störungen am Persischen Golf. Aufgrund der angespannten Lage verweigern viele asiatische Chemiekonzerne weitere Lieferungen, und es herrscht eine Art Bieterwettstreit um verfügbare Rohstoffe, was Erinnerungen an die anstrengenden Pandemiezeiten wachruft. Laut aktuellen Recherchen mehren sich die Anzeichen, dass Preissteigerungen für Schutzausrüstung zumindest kurzfristig unvermeidbar sein dürften, und die Diskussion in der Gesundheitsbranche dreht sich immer stärker um die Notwendigkeit regionaler Beschaffung und neue Vorsorgestrategien.
Zusatzrecherche: Nach aktuellen Berichten (u.a. 'FAZ', 'Spiegel', 'Zeit') sind die Risiken für die Versorgungssicherheit noch nicht akut, doch die Sorge wächst, dass weitere Verschärfungen der Lage in Nahost die Abhängigkeit Europas von asiatischen Medizinlieferanten deutlich machen und zu politischem Handlungsdruck führen könnten. Außerdem behandeln einige der recherchierten Artikel die Debatte um Vorratswirtschaft und Eigenproduktion im europäischen Gesundheitssektor, wobei unterschiedliche Lösungsansätze vorgeschlagen werden, um Versorgungsengpässe künftig robuster zu vermeiden.