Das sollte ein Fußballabend werden, der wohl noch ein bisschen in den Köpfen nachhallen wird: Während Kanada schon nach einer knappen Viertelstunde das erste Mal jubelte, wirkte Katar fast von Beginn an wie im falschen Film. Irgendwann, nachdem Cyle Larin als Erster getroffen hatte (16.), wurde das Geschehen auf dem Platz fast einseitig. Spätestens als die Katarer doppelt mit Rot dezimiert waren, wurde klar, wohin die Reise geht. Noch vor dem Halbzeitpfiff legte Jonathan David per Volley nach – und drückte wenig später erneut den Ball über die Linie. Seine Körpersprache? Vielsagend erleichtert, wie jemand, der gerade einen Staudamm geöffnet hat.
Nach der Pause dann der plötzliche Einbruch: Mittelfeldmotor Ismael Koné musste ziemlich mitgenommen raus. Auch, wenn Saliba als Einwechselspieler prompt mit einem Freistoß traf (64.), schien der Ausfall kurz für Stirnrunzeln zu sorgen. Aber das Leben geht weiter – zumindest im Flux eines WM-Spiels. Ein Eigentor des Katari Manai (74.) war da fast noch milde, was dann aber Davids Hattrick in der Nachspielzeit wunderbar vollendete.
So übernimmt Kanada die Tabellenführung der Gruppe B, während sich Katar und Bosnien-Herzegowina im Tabellenkeller wiederfinden. Die Schweiz bleibt den Ahornblättern aber hartnäckig auf den Fersen.
Kanada dominiert die zweite Gruppenpartie der WM mit einem deutlichen 6:0 gegen Katar und zeigt dabei eine beeindruckende spielerische Überlegenheit – auch begünstigt durch zwei Platzverweise aufseiten der Kataris. Besonders Jonathan David avancierte zum Matchwinner, während das Team erneut seine mannschaftliche Geschlossenheit demonstrierte, aber den Ausfall von Ismael Koné verkraften muss. Laut aktuellen Berichten werden Konés Verletzung und Kanadas Teamdynamik die kommenden Partien entscheidend beeinflussen; international wurde der Kanadier nun auch in Auswahllisten für die besten Spieler des Turniers genannt, was die steigende Bedeutung des kanadischen Fußballs unterstreicht.