Wut und Frust: Türkischstämmige kritisieren Visawartezeiten

Monate, manchmal fast ein Jahr: Die Wartezeiten auf deutsche Visa für Menschen aus der Türkei sorgen für Ärger bei Betroffenen, Künstlern und Familien. Türkische Organisationen prangern Stillstand und Bürokratie an.

heute 01:22 Uhr | 3 mal gelesen

Gökay Sofuoglu, Chef der Türkischen Gemeinde in Deutschland, findet klare Worte: Die aktuelle Situation sei schlichtweg nicht hinnehmbar – denn für viele hängen private Tragödien daran. Die Realität: Wer ein Schengen-Visum aus der Türkei beantragen will, schaut oft auf monatelange, teils sogar elf Monate dauernde Wartezeiten. Währenddessen warten Eltern darauf, Hochzeit oder Beerdigung ihrer Kinder zu besuchen – oder stehen hilflos einer Familientrennung gegenüber, die sich in die Länge zieht. Die Hälfte aller kulturellen Austauschprojekte leidet zusätzlich, weil Künstler einfach kein Visum bekommen – einige Auftritte werden kurzfristig gecancelt. Auch Forscher und Unternehmer stolpern über das Nadelöhr der deutschen Botschaften. Sofuoglu fordert deshalb die Abschaffung der Visapflicht für Türkinnen und Türken – und solange das nicht passiert, mindestens faire und zügige Verfahren. Auch Grünen-Politikerin Filiz Polat schildert aus eigener Erfahrung und mit deutlichen Worten, wie bürokratische Hürden inzwischen zu spürbarer Demütigung für viele Betroffene führen. Deutschland möchte zwar Fachkräfte anlocken – doch begegnet Antragstellern oft Misstrauen und langen Schlangen in unterbesetzten Auslandsvertretungen. Polats Fazit: Die Blockade ist längst nicht nur bürokratisch, sondern auch politisch.

Die Visavergabe für türkische Staatsbürger gerät zunehmend in die Kritik, weil Wartezeiten von mehreren Monaten gängige Realität sind. Besonders Familien, die dringende persönliche Anlässe wahrnehmen möchten, fühlen sich vom System im Stich gelassen, ebenso wie Künstler und Geschäftsleute. Jüngste Medienberichte und Stimmen aus Politik und Zivilgesellschaft fordern nicht nur mehr Personal, sondern tiefgreifende strukturelle Reformen – und debattieren über die grundsätzliche Notwendigkeit der Visapflicht für Türkei-Reisende. Erweiterte Recherche: Laut aktuellen Informationen verschärft sich die Situation vor allem durch den anhaltend hohen Andrang auf die deutschen Konsulate in Ankara, Istanbul und Izmir. Laut "Süddeutsche Zeitung" arbeiten die Auslandsvertretungen inzwischen zwar an digitalen Prozessen, stoßen aber durch Personalmangel rasch an Grenzen (Quelle: www.sueddeutsche.de). Die Diskussion um Visaliberalisierung wird aber selbst im Wahlkampf aktuell ausgebremst – unter anderem, weil migrationspolitische Bedenken überwiegen und die Türkei auch nicht alle Anforderungen der EU erfüllt (vgl. www.faz.net). In Foren berichten zahlreiche Betroffene zudem von Intransparenz der Wartelisten und Unsicherheit über Erfolg der Anträge.

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