In einem Interview mit der 'Rheinischen Post' äußert sich Luigi Pantisano offen zu seinen Erwartungen rund um seine Wahl zum Parteichef. Übertrifft er die 70 Prozent, ist er zufrieden; bleibt er darunter, sieht er das als Arbeitsauftrag. Konkrete Mitbewerber sind ihm zufolge bislang nicht bekannt – wer sich noch aufstellt, wird sich kurzfristig zeigen, so ist eben Demokratie, mit ihren Überraschungen.
Pantisano will die Wiederbelebung der Linken klar an die organisierte Arbeiterschicht knüpfen: Ziel sei es, gemeinsam gegen große Vermögen zu kämpfen und für gerechtere Verteilung zu sorgen. Hier fällt das Wort 'Milliardäre abschaffen' – ein Ausdruck, der provoziert, aber eine klare Richtung setzt. Besonders im Fokus: Industriearbeitsplätze sichern, bezahlbares Leben ermöglichen, und ein scharfer Blick auf den Mietendeckel, der für ihn nicht bloß Symbolpolitik ist.
Er macht keinen Hehl daraus, dass die Partei Schwierigkeiten hat, unzufriedene Wählerinnen und Wähler an Werkstoren zu erreichen – ein selbstkritischer Ton. Dazu kommt die Sorge vor der AfD, die er als akuteste Bedrohung für Arbeitnehmer benennt. Eine Koalition mit der CDU nach den Landtagswahlen? Kein Weg für ihn. Vielmehr plädiert er für flexible, regionale Lösungen, wie man sie aus Thüringen oder Sachsen kennt. Hauptsache: der Einfluss der AfD wird eingedämmt.
Antisemitismus innerhalb der Partei? Ein generelles Problem sieht er nicht, betont aber klare Kante gegen jede Form von Diskriminierung – egal ob antisemitisch oder antimuslimisch. Die Vorkommnisse bei der Linksjugend hat er auf dem Radar und verlangt künftig entschiedene Reaktionen.
Auch das Thema Einkommen in der Politik spricht er an: Für ihn ist das Deckeln von Diäten selbstverständlich – er lebt es bereits vor und wünscht sich eine bundesweit einheitliche Regelung. Und, fast beiläufig, bringt er seinen persönlichen Hintergrund zur Sprache. Die Geschichte seiner italienischen Gastarbeiter-Eltern und der Stolz samt Hauptschulabschluss – das sind Erfahrungen, aus denen er Kraft und Motivation zieht.
Luigi Pantisano strebt bei der Wahl zum Vorsitzenden der Linken ein klares Ergebnis über 70 Prozent an, wozu er sich öffentlich im Vorfeld positioniert. Sein inhaltlicher Fokus liegt auf gerechter Vermögensverteilung, Schutz von Industriearbeitsplätzen, und einer entschiedenen Mietenpolitik, mit Betonung auf Mietendeckel und günstiges Leben. Pantisano zeigt sich reflektiert, spricht offen über Schwächen der Partei im Zugang zur Arbeiterschaft und sieht die AfD als größte Gefahr für soziale Sicherheit – eine Zusammenarbeit mit der CDU nach Landtagswahlen lehnt er ab, setzt aber auf pragmatische, regional angepasste Lösungen. Besonders hervor hebt er Antidiskriminierung sowie Diätenbegrenzung, die für ihn praktisch und symbolisch von großer Bedeutung sind. Weiterhin bringt er seinen Migrationshintergrund zur Sprache, nicht als Selbstzweck, sondern als Erfahrung, die seine Haltung und sein Engagement für soziale Gerechtigkeit prägt.
Ergänzt: Die Wahl ist Teil eines schwierigen Erneuerungsprozesses für die Linke, die zuletzt mit internen Querelen, Abspaltungen und Umfrageverlusten zu kämpfen hatte. Besonders der Einfluss von Sahra Wagenknecht und ihre neue Partei sorgt für Turbulenzen; mit Pantisano setzt die Linke auf eine ausgleichendere, arbeitnehmerorientierte und antidiskriminierende Kommunikation. Die Parteitagsthemen spiegeln die Krisenstimmung wider, während die Strategie gegen AfD und für soziale Themen schärfer werden soll.