KfW-Zuschüsse für barrierefreies Wohnen: Fördergeld überraschend schnell erschöpft

Das diesjährige Förderbudget der KfW für barrierefreie Umbauten war nach wenigen Wochen vollständig vergeben – Wieder einmal zeigt sich: Die Nachfrage ist enorm.

heute 18:16 Uhr | 3 mal gelesen

Wie die 'Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung' berichtet (Samstagsausgabe), ist das für 2026 aufgelegte Förderprogramm der KfW für barrierereduzierende Baumaßnahmen bereits jetzt ausgeschöpft. Nach einer Pause im Jahr 2025, da schlichtweg kein Geld mehr im Haushalt war, brachte das Bauministerium unter Ministerin Verena Hubertz (SPD) im April ein deutlich kleineres Paket auf den Weg. Gerade einmal 50 Millionen Euro – nur ein Drittel der im Jahr zuvor bereitgestellten Summe – sollten dieses Mal für Eigentümer zur Verfügung stehen, die ihr Zuhause barrierefrei umbauen möchten. Gefördert werden beispielsweise das Ebenerdigmachen von Duschen, das Verschwindenlassen von Stolperschwellen oder der nachträgliche Einbau eines Aufzugs. Doch schon nach kurzer Zeit war der Topf leer – neue Anträge können schlichtweg nicht mehr eingereicht werden. Haus & Grund, der Verband für private Immobilieneigentümer, sieht darin eine Bestätigung: Der Bedarf ist riesig, wahrscheinlich größer als das, was sich in Zahlen fassen lässt. Es wirkt beinahe wie ein Schildbürgerstreich – man macht die Tür kurz auf und schließt sie gleich wieder. Was das politisch und gesellschaftlich bedeutet? Darüber wird wohl noch zu diskutieren sein.

Die Mittel für den barrierefreien Umbau von Wohnungen im Rahmen des KfW-Programms '455-B' sind in Rekordzeit aufgebraucht – und das, obwohl das Budget 2026 ohnehin schon deutlich geringer angesetzt war als in den Jahren zuvor. Der zunehmende Bedarf an altersgerechtem Wohnraum bleibt damit weiter ungelöst liegen. Die Tatsache, dass das Programm regelmäßig und schnell überzeichnet ist, wirft Fragen zur Prioritätensetzung der Bundesregierung im sozialen Wohnungsbau auf. In aktuellen Berichten wird zudem darauf hingewiesen, dass in Deutschland rund drei Millionen Wohnungen bereits jetzt als 'barrierearm' gelten müssten, um die alternde Bevölkerung angemessen zu versorgen, aber die Fördermittel weit davon entfernt sind, diesen Bedarf zu decken. Auch die Streichung der Förderung im Jahr 2025 hatte für viel Unmut gesorgt, da sie viele Eigentümer und Mieter auf sich allein gestellt zurückließ. Fachleute und Sozialverbände fordern seit langem eine deutliche Ausweitung und Verstetigung solcher Programme, um die Herausforderungen des demografischen Wandels abzufedern.

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