Das bestätigte Florian Hohenwarter, der die Geschäfte von KNDS Deutschland leitet, gegenüber der 'Frankfurter Allgemeinen Zeitung'. Im Interview gab er an: 'Nach aktuellem Stand planen wir, zwei weitere Werke in Deutschland hochzuziehen.' Aktuell laufen Gespräche mit Unternehmen – und potenzielle Standorte werden unter die Lupe genommen. Medienberichte über eine Übernahme des Mercedes-Werks in Ludwigsfelde wollte Hohenwarter aber ausdrücklich nicht bestätigen.
KNDS plane, die Produktion künftig massiv auszuweiten: 'Wir wollen mittelfristig viermal so viele Boxer und Artillerie, dreimal so viele Leopard-Panzer und doppelt so viele Pumas produzieren', so Hohenwarter. Das Unternehmen rechnet damit, seine Belegschaft bis spätestens 2030 zu verdoppeln – es könnten also 4.000 bis 5.000 neue Jobs entstehen. Selbst durch die enorm gestiegene Zahl der Bewerbungen – 2023 waren es stolze 60.000 Bewerber, also zehnmal so viele wie vier Jahre zuvor! – könne das ambitionierte Wachstum kaum ausschließlich aus eigenen Reihen gestemmt werden, erläutert der KNDS-Manager.
Einer der neuen Standorte soll von der Blechverarbeitung über die Montage bis zum fertigen Fahrzeug alles abdecken: der Fokus soll dabei auf den Radpanzern des Typs Boxer liegen. Das zweite Werk werde eher auf Schweißarbeiten spezialisiert sein, ähnlich dem frisch übernommenen Bahntechnik-Werk in Görlitz. Hohenwarter sieht darin ein Vorbild, wie sich bestehende Industrie-Ökosysteme für die Rüstungsfertigung umbauen lassen. Transformieren – das scheint das Zauberwort zu sein.
Angesprochen auf die Frage, ob Panzer heutzutage eigentlich noch zeitgemäß seien, entgegnet Hohenwarter: Unbedingt. Die Ukraine habe gezeigt, dass Panzer, Artillerie und geschützte Fahrzeuge auch im modernen Gefecht weiter eine unverzichtbare Rolle spielten. 'Der Mensch im Gefechtsfahrzeug wird langfristig gebraucht', fasste er zusammen – so altmodisch, wie manche meinen, ist der Panzer offenbar nicht.
KNDS (Krauss-Maffei Wegmann und Nexter Defense Systems) verstärkt seine Präsenz in Deutschland mit zwei neuen Werken und reagiert damit auf die wachsende Nachfrage nach Militärfahrzeugen in Europa, insbesondere infolge des Ukraine-Krieges. Die geplante Produktionsausweitung betrifft vor allem Radpanzer, Artillerie und Kampfpanzer wie den Leopard – Kernkompetenzen des Konzerns. Laut aktuellen Medien bietet KNDS damit nicht nur eine Antwort auf die geopolitischen Herausforderungen, sondern setzt zugleich Impulse für den Arbeitsmarkt und die Nutzung bestehender Industriestandorte. Aus aktuellen Berichten auf unterschiedlichen Nachrichtenseiten geht hervor, dass KNDS seinen Expansionskurs auch wegen der angestrebten Stärkung der europäischen Wehrfähigkeit forciert – ein Trend, der sich in der gesamten europäischen Rüstungsindustrie beobachten lässt.