SPD kontert Dobrindts Vorschläge zu Bürgergeld-Kürzungen

Die SPD lehnt die von Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) geforderten Einschnitte beim Bürgergeld entschieden ab. Bernd Rützel, Chef des Bundestags-Arbeitsausschusses, hält die Kürzungspläne für unbrauchbar.

heute 11:47 Uhr | 4 mal gelesen

Dobrindts Plan, beim Bürgergeld den Rotstift anzusetzen, kommt bei den Sozialdemokraten, wenig überraschend, überhaupt nicht gut an. Bernd Rützel von der SPD, der für die Arbeitsmarktpolitik im Bundestag verantwortlich ist, äußerte offen Zweifel an der Simplizität solcher Sparvorhaben. Es klingt zu schön, um wahr zu sein: Ein paar Euro weniger für Bedürftige, und schon läuft die Wirtschaft wie geschmiert – so simpel ist die Welt aber nun mal nicht, betont er. Rützel bringt den Punkt auf den Tisch, an dem sich manche verkalkulieren: Am meisten spare man, wenn Menschen Arbeit fänden, statt sie durch Kürzungen weiter unter Druck zu setzen. Außerdem weist er darauf hin, dass solche Eingriffe auch Nebenwirkungen hätten – sie betreffen eben nicht nur diejenigen, die das Bürgergeld direkt beziehen. Auch Personen mit Aufstocker-Leistungen oder Wohngeld könnten in Mitleidenschaft gezogen werden. Und eine kleine Fußnote am Rande: Die Anpassung des Bürgergelds ist ohnehin an einen Mechanismus gekoppelt, bei dem regelmäßig überprüft wird, ob die Höhe noch angemessen ist – das kann sogar bedeuten, dass mal keine Steigerung erfolgt.

Die SPD reagiert auf Alexander Dobrindts Vorschlag zur Kürzung des Bürgergeldes mit deutlicher Kritik. Laut Bernd Rützel seien die erwarteten Milliardeneinsparungen unrealistisch und hätten weitreichende, zum Teil auch unbeabsichtigte Folgen – etwa für Menschen mit ergänzenden Sozialleistungen. In der aktuellen Debatte um das Bürgergeld betonen sowohl SPD als auch Sozialverbände stattdessen die Notwendigkeit von Investitionen in Integration und Arbeitsmarktpolitik, während inzwischen auch die Leistungsanpassung durch einen festgelegten Mechanismus regelmäßig überprüft wird. Aus aktuellen Medienberichten – unter anderem der "Zeit", "Süddeutschen Zeitung" und "FAZ" – geht hervor, dass sich die Diskussion um das Bürgergeld verschärft hat. So fordern konservative Kreise strengere Sanktionen und stärkere Arbeitsanreize, während linke und soziale Organisationen auf die Bedeutung existenzsichernder Leistungen und funktionierender Arbeitsvermittlung pochen. In jüngeren Artikeln wird zudem deutlich, dass Debatten rund um Sozialleistungen häufig emotional geführt werden und die reale Wirkung von Kürzungen in der Fachwelt höchst umstritten bleibt.

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