Die Begeisterung für Kreuzfahrtreisen reicht aber inzwischen weit über Deutschland hinaus. In der EU legten 2024 laut Eurostat 8,73 Millionen Menschen zu einer Hochseekreuzfahrt ab – ein satten Plus von 12,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Selbst das Rekordniveau von 2019 ist damit deutlich überholt (plus 18,1 Prozent).
Spannend: Jeder sechste Kreuzfahrtgast aus der EU startete von deutschen Häfen. Mit einem Anteil von 16,6 Prozent landet Deutschland damit auf dem Drittplatz der beliebtesten Abfahrtsländer für Kreuzfahrten in der EU. Unangefochten vorn sind nach wie vor Italien mit 28,4 Prozent und Spanien mit 22,3 Prozent. Frankreich und Griechenland liegen mit 13,6 beziehungsweise 8,3 Prozent ebenfalls noch gut im Rennen.
Die Reiselust auf Kreuzfahrtschiffen ist in Deutschland und Europa spürbar zurückgekehrt. Nach einem starken Einbruch während der Corona-Jahre brummt das Geschäft wieder, und zwar stärker als je zuvor: Über 1,5 Millionen Deutsche gingen im vergangenen Jahr auf Kreuzfahrt; europaweit waren es fast neun Millionen Menschen. Interessanterweise zeichnet sich jedoch auch eine kritische Debatte über die Umweltfolgen der Branche ab – die Nachfrage wächst, aber mit ihr auch das öffentliche Bewusstsein für Themen wie Emissionen, Hafenbelastung und nachhaltiges Reisen.
Zusätzliche Recherche: Für 2024 haben viele Reedereien laut Medienberichten ihr Angebot ausgebaut und auf stärkere Umweltregulierung reagiert, etwa durch Investitionen in emissionsärmere Antriebe und nachhaltige Landausflüge. Dennoch bleibt die Branche unter Beobachtung, besonders angesichts der Diskussion um den CO2-Abdruck solcher Reisen. Viele Reiseveranstalter versuchen, mit grüner Werbung zu punkten, während Umweltschutzorganisationen weiter Druck machen.
Die Nachfrage nach Kreuzfahrten geht laut Branchenstimmen einher mit neuen Trends: Besonders Kurzreisen und besondere Themenfahrten gewinnen an Beliebtheit. Zeitgleich verändert sich das Publikum, Jüngere entdecken das Erlebnis Kreuzfahrt neu. Die großen Anbieter setzen zunehmend auf Digitalisierung und individuelle Angebote an Bord. Zukunftsprognosen gehen davon aus, dass die Kombination aus Komfort, Abenteuer und Erholung auch weiterhin viele anlocken wird.