Uniper-Chef sieht Privatisierungsplänen optimistisch entgegen – Chancen für Wachstum und Wandel
Michael Lewis, Chef des 2022 verstaatlichten Energieversorgers Uniper, schaut dem geplanten Rückzug des Staats aus dem Besitz des Unternehmens mit Zuversicht entgegen. Die Position des Konzerns sei jetzt solider denn je, und für die kommenden Entwicklungen sei man gerüstet.
heute 08:59 Uhr | 2 mal gelesen
"Uniper freut sich über die heutige Ankündigung des Bundesministeriums der Finanzen." So eröffnete Michael Lewis im Gespräch mit der "Rheinischen Post" das Thema – und man merkt: Da spricht jemand, der bereit ist für den nächsten Umbruch. Irgendwie wirkt das so, als wäre nach den chaotischen Zeiten im Zuge der Gaskrise eine Art Ruhe eingekehrt. Lewis bekräftigt: Die Firma stehe mittlerweile deutlich stabiler da – widerstandsfähiger und mit einer klareren Linie als zuvor. Es gibt jetzt, wie er betont, nicht nur verlässliche Einnahmen, sondern auch eine Bilanz, die Spielräume für künftiges Wachstum lässt. Das erwähnte 'Ausschütten von Dividenden' klingt ganz beiläufig, ist aber doch ein Signal: Vertrauen ist zurück.
Bemerkenswert finde ich, dass Lewis ziemlich entspannt auf die offene Frage nach dem Wie und Wann der Privatisierung blickt. Er hebt hervor: Das bleibt die Sache des Bundes. Überstürzte Schritte? Nein, abwarten ist angesagt. Die Ankündigung des Finanzministeriums erschien – etwas symbolträchtig – in der "Financial Times". Das könnte heißen: Man schaut durchaus über Deutschlands Grenzen hinaus, was mögliche Investoren betrifft. Interessant zu beobachten wird sein, ob es internationale Interessenten geben wird oder ob am Ende wieder ein rein deutsches Haus am Zug ist.
Uniper-Chef Lewis gibt sich zuversichtlich angesichts der geplanten Reprivatisierung und verweist auf die gestärkte Position des Unternehmens nach den Turbulenzen der letzten Jahre. Die Neuausrichtung auf stabile Erträge und eine belastbare Bilanz könnten frische Startbedingungen für Investoren und für einen nachhaltigen Wandel in der Energiebranche schaffen. Der Bund entscheidet über den genauen Ablauf – verständlicherweise bleibt Lewis bei diesem Thema diplomatisch offen.
Aktuell ist das Thema Energiewende und Versorgungssicherheit nach wie vor in aller Munde. Besonders das Spannungsfeld zwischen Klimazielen, Industrieinteressen und Versorgungssicherheit prägt die Debatte um Akteure wie Uniper. Neue Berichte, unter anderem bei der FAZ sowie in der Süddeutschen, rückten in den letzten zwei Tagen zudem die europäischen und internationalen Interessen am deutschen Energiemarkt wieder stärker in den Fokus. Dabei schwingt stets die Unsicherheit mit: Wird der Staat erneut gebraucht – oder kommt der Markt diesmal wirklich alleine zurecht?