Am Freitag flogen zwischen Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) und Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) die Fetzen, von konstruktiver Zusammenarbeit wenig zu sehen. Andreas Audretsch von den Grünen legte am Samstag nach und warf Friedrich Merz öffentlich vor, mit der Situation zu überfordert zu sein – der Ton in Berlin wird schärfer. Ihm fehlt ein klarer Krisenfahrplan; stattdessen, so Audretsch, herrschten Unsicherheit und mangelnde Handlungsbereitschaft. Selbst bei den offensichtlichsten Maßnahmen gehe es nicht voran, was aus seiner Sicht einem echten Führungsdefizit entspreche. Er drängte auf die Abschöpfung der riesigen Gewinne bei Ölkonzernen, eine Entlastung durch niedrigere Stromsteuern für alle, mehr Tempo beim Tempolimit, und die rasche Wiederaufnahme eines günstigen Tickets für den Nahverkehr. Abwarten sei in so einer Lage jedenfalls kaum zu vertreten, findet Audretsch – Zeit zum Handeln, und zwar jetzt.
Andreas Audretsch attackiert die aktuelle Bundesregierung und insbesondere Kanzler Merz wegen fehlender Führungsstärke im Umgang mit der Energiepreiskrise. Er bemängelt die stockenden Verhandlungen zwischen Union und SPD und fordert energisch konkrete Schritte wie Übergewinnsteuer bei Ölkonzernen, Senkung der Stromsteuer, Tempolimit sowie die Rückkehr zum 9-Euro-Ticket. Im Netz kursieren ähnliche Vorwürfe: Die politische Stimmung verschärft sich, während Wirtschaftsexperten eine Einigung und schnelle Maßnahmen zum Schutz der Verbraucher fordern – etwa Preisdeckel oder Subventionen. Neue Umfragen zeigen weiter sinkendes Vertrauen in die Bundesregierung, während Organisationen wie der Deutsche Gewerkschaftsbund mehr Druck auf die Politik machen. Parallel wurde auf www.dw.com diskutiert, ob Deutschlands Energiekurs international isoliert und wie Nachbarländer auf die deutsche Zögerlichkeit blicken.