Bauernpräsident warnt vor zunehmenden Existenznöten in der Landwirtschaft

Henrik Wendorff, Präsident des Brandenburger Bauernverbands, mahnt: Für Landwirte in Deutschland spitzt sich die Lage dramatisch zu. Besonders der massive Anstieg bei Düngemittelpreisen verschärft die schon angespannte Situation infolge des Ukraine-Kriegs weiter.

heute 10:57 Uhr | 2 mal gelesen

Wenn ich ehrlich bin – und das sollte man in solchen Zeiten unbedingt sein –, weiß ich nicht, wohin das alles noch führen soll. Henrik Wendorff, der Mann, der den Brandenburger Bauernverband anführt, brachte es kürzlich auf den Punkt: Die Landwirte stehen mit dem Rücken zur Wand. Die anhaltenden Preissteigerungen, die mit dem Ukraine-Krieg ihren Ausgang nahmen, sind längst nicht mehr das einzige Problem. Jetzt kommt die Schließung der Straße von Hormus obendrauf – ein Nadelöhr, das bislang eher auf Weltkarten als auf Bauernhöfen relevant erschien. Nun aber heißt es: Düngemittel werden zur Mangelware. Und, das betont Wendorff: Nicht nur teuer, sondern obendrein schwer aufzutreiben. Früher hätte man sich so eine Kette von Ereignissen kaum ausdenken können, jetzt ist sie bittere Realität. Besonders perfide daran ist, dass Düngemittel praktisch das Herzstück der Produktion sind; ohne sie, läuft einfach nichts mehr rund auf den Feldern. Einmal angenommen, die Preise steigen wirklich um die 50 Prozent, dann wird es für einige Betriebe schlicht unmöglich, wirtschaftlich zu arbeiten. Eine erstaunliche Vorstellung, aber Wendorff fordert eindrücklich: Sofortige, gezielte Hilfen. Düngemittel müssen als knappes, notwendiges Gut behandelt werden, das kraftvoll und schnell bereitgestellt wird. Da hilft kein Abwarten mehr, meint er.

Wendorff, Präsident des Bauernverbands in Brandenburg, schildert eindrücklich die kritische Lage der deutschen Landwirte: Seit Beginn des Ukraine-Krieges stiegen die Preise für Betriebsmittel stetig, insbesondere Düngemittel werden zunehmend knapp und teuer. Die Schließung der Straße von Hormus, seit Kurzem ein neues Hindernis, verschärft die Knappheit zusätzlich; Landwirte befürchten teils Preissteigerungen um bis zu 50 Prozent. Wendorff fordert deshalb kurzfristige, staatlich unterstützte Maßnahmen, damit Düngemittel in ausreichender Menge und Qualität erhältlich sind und Familienbetriebe nicht in ihrer Existenz bedroht werden. Zuletzt melden verschiedene Agrarverbände und Experten, dass sich die jüngsten Lieferengpässe meist auf geopolitische Spannungen sowie Probleme in den internationalen Logistikketten zurückführen lassen. Neben dem Preisdruck werden die hiesigen Landwirte auch durch anhaltende Unsicherheiten im Bereich Energieversorgung und steigende Bewässerungskosten belastet. Viele Betriebe stellen laut Medienberichten bereits auf alternative Anbaumethoden um oder reduzieren ihre Produktionsmengen, was die Gefahr regionaler Engpässe bei Grundnahrungsmitteln erhöht.

Schlagwort aus diesem Artikel