Der neueste Ifo-Index für Exporterwartungen nimmt einen merklichen Abschwung: Im Mai fielen die Werte auf -5,5 Punkte – nachdem sie im April noch bei -1,2 notiert wurden. Timo Wollmershäuser, seines Zeichens Konjunkturchef beim Ifo-Institut, fasste es ziemlich nüchtern zusammen: 'Obwohl wir im ersten Quartal ein kleines Hoch beim Exportgeschäft verzeichnen konnten, bleibt die grundsätzliche Unsicherheit auf den Weltmärkten erschreckend präsent.' So viel dazu. Und es trifft besonders Branchen, die ohnehin schon zwischen steigenden Energiepreisen, Lieferkettenchaos und geopolitischem Gerangel gefangen sind – so wie die Metallindustrie und die Automobilhersteller, die sich nach Monaten des Optimismus nun auf Gegenwind einstellen müssen. Dagegen sieht es im Elektrobereich nur leicht rosiger aus: Sie bleiben zwar vorsichtig optimistisch, spüren aber auch, dass die frische Brise nachlässt. Überraschender Lichtblick – die Möbelbranche rechnet gar fest mit Exportzuwächsen. Das klingt so ungewöhnlich, dass man zweimal hinschauen muss. Es bleibt das Gefühl, dass die deutschen Exporteure gerade ein bisschen zwischen Hoffen und Bangen schwimmen – zwischen alten Erfolgsrezepten und einer neuen Unsicherheit.
Die deutschen Exportaussichten trüben sich wieder deutlich ein – inzwischen sind die Zweifel und die Zurückhaltung spürbarer denn je. Vor allem geopolitische Risiken wie Handelskonflikte, militärische Spannungen oder die immer wieder auftauchende Unsicherheit um globale Lieferketten belasten die Stimmung. Die Energiepreise, allen voran in energieintensiven Branchen, sorgen weiter für Kopfzerbrechen, während einige Sektoren wie Elektrotechnik und Möbel immerhin vorsichtige Hoffnung auf Exportsteigerungen hegen. In den letzten Stunden gab es zusätzliche Berichte etwa über die schwächelnde Nachfrage aus China oder die Sorge vor einer abgeschwächten Industriekonjunktur. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck betonte zuletzt die Notwendigkeit für neue Absatzmärkte und resilientere Lieferketten, um der Schwäche entgegenzuwirken. Auch, dass die Inflation in einigen der wichtigsten Märkte Deutschlands zurückgeht, könnte mittelfristig unterstützend wirken – aber die meisten Beobachter bleiben bis auf Weiteres skeptisch.