Industrieunternehmen unter Druck: Nur begrenzte Weitergabe von Kostensteigerungen möglich

München – Die wirtschaftlichen Turbulenzen werden für viele Industrieunternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz zur Zerreißprobe. Trotz eines erwarteten Kostenanstiegs von elf Prozent können im Durchschnitt lediglich sieben Prozent tatsächlich über Preiserhöhungen weitergereicht werden – die Lücke wächst. Gleichzeitig hinken die Preisprozesse oft der Dynamik und Komplexität der Märkte hinterher.

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Es ist, als stünden Deutschlands, Österreichs und der Schweiz' Industrieunternehmen plötzlich zwischen mehreren Mühlsteinen: Rohstoffpreise, Transportkosten, Unsicherheiten durch internationale Streitigkeiten – die Auslöser sind vielfältig und oft nicht vorhersehbar. Eine neue Studie von Simon-Kucher bringt die Herausforderungen auf den Punkt: Im Mittel rechnen die Unternehmen mit elf Prozent Mehrkosten, aber lediglich zwei Drittel dieser Belastung schlagen sie auf ihre Verkaufspreise auf.

Besonders in Branchen wie Verpackung, Bau und Komponentenbau drücken die Preiswellen heftig – hier werden Steigerungen von nahezu 17 Prozent erwartet, während die Durchsetzung im Markt stockt. Viele Firmen tun sich schwer, Preiserhöhungen vernünftig und vor allem konsequent an die Kunden heranzutragen. Erstaunlicherweise bleibt so ein ordentlicher Batzen der Zusatzkosten an den Firmen selbst hängen, was die Margen auf Dauer auffrisst.

Spannend ist auch: Statt dynamisch auf Kostenwellen zu reagieren, halten sich viele Unternehmen an ihre vertrauten, meist jährlichen, Preisüberprüfungen – man könnte fast sagen: Preisstrategie wie aus dem letzten Jahrhundert. Und noch ein Haken: Es existieren selten klare Ziele für Preisverhandlungen oder systematische Zugeständnis-Planungen. Das alles gipfelt darin, dass nicht nur der Kostendruck, sondern vor allem die eigene Prozess-Starre den Unternehmen schadet.

Wettbewerbsdruck und fehlende Agilität

Für viele Unternehmen ist das eigentliche Drama nicht allein die schiere Kostenspirale, sondern ihre Unfähigkeit, Preiserhöhungen überhaupt sauber umzusetzen. Das liegt – so die Studie – oft an internen Reibungsverlusten, Unsicherheiten im Vertrieb und einem Mangel an strategischem Mut, wenn es um Preisdurchsetzung geht.

Kommunikation mit Risiko

Überhaupt: Die meisten Betriebe erklären Preissteigerungen fast ausschließlich mit höheren Kosten. Das birgt eine Falle – sobald sich die Kosten sinken, werden auch die Preise wieder hinterfragt. Eine flexible und kundenorientierte Begründung fehlt meistens.

Fazit: Flexibles Preismanagement als Überlebensstrategie

Die Ergebnisse zeigen: Wer Pricing nicht neu denkt – und einen agilen, transparenten Prozess für Preisanpassungen aufsetzt – riskiert rasch seine Wettbewerbsfähigkeit. Simon-Kucher empfiehlt, mehr Flexibilität, klarere Verantwortlichkeiten und eine bessere Nachverfolgung einzuführen, um zumindest einen Teil des schwindenden Profits zurückzugewinnen. Klingt einfach – ist es aber nicht.

Zur Studie: Befragt wurden im Frühjahr 2026 über 200 Führungskräfte aller Branchen aus DACH, meist mit Fokus auf Vertrieb, Pricing oder Geschäftsführung.

Die Untersuchung belegt, dass viele Unternehmen im DACH-Raum trotz drastischer Kostensteigerungen Schwierigkeiten haben, diese angemessen weiterzugeben, häufig aus Angst vor Wettbewerbsverlusten und Kundenabsprüngen. Neuere Nachrichtenquellen berichten, dass diese Problematik quer durch die Wirtschaft geht – vom Maschinenbau bis zur Chemieindustrie nehmen die Margen laut Handelsblatt oder FAZ weiter ab, weil Unternehmen zwischen Preiswucht und Kundenerwartung stecken. Neue Richtlinien der EU, wachsende Bürokratie und sogar die Schattenseiten der Digitalisierung erschweren zusätzlich die Preisgestaltung; innovative Preisbildungsmodelle und dynamische Tools werden daher zunehmend zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Die Inflation schwächt sich zwar leicht ab, doch berichtet z.B. die Süddeutsche Zeitung, dass die langfristigen Effekte auf Löhne, Lieferketten und Konsumklima auch in den kommenden Quartalen noch spürbar sein dürften.

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