Kubicki: Nüchterne Skepsis vor Kanzleramts-Gipfel

Wolfgang Kubicki, frisch gebackener Vorsitzender der FDP, sieht dem Reform-Gipfel im Kanzleramt am Mittwoch mit bemerkenswerter Gleichgültigkeit entgegen. Er rechnet mit keinerlei Durchbruch – zu verbissen seien die Konfliktlinien zwischen Regierung und Tarifpartnern.

heute 09:59 Uhr | 4 mal gelesen

Was den sogenannten Reform-Gipfel betrifft, lässt Kubicki wenig Hoffnung aufkeimen. Er findet die Meinungsgräben der Koalition, speziell zwischen CDU und SPD, so tief, dass echte Annäherung wie eine Art politisches Wunder erscheinen würde – oder, anders gesagt: Konsens? Eher ein seltener Vogel zurzeit. Kubicki sieht die Grundstimmung zum Begriff Reform heute völlig gekippt – weg von Aufbruch und Optimismus hin zu Misstrauen und Abschreckung. Früher, meint er, hatte das Wort fast so etwas wie einen Klang nach Frühling in der Luft. Heute verbinde man damit eher Kürzungen, mehr staatliche Eingriffe und das Gefühl: Der Staat nimmt, statt zu geben. "Abbruchstimmung statt Aufbruchstimmung", so pointiert es Kubicki. Dieser Wandel, so kritisiert er, falle auf das Konto der amtierenden Koalition und explizit der CDU. Die hohen Erwartungen, die zu Wahlkampzeiten geweckt wurden, sind offenbar bei vielen auf die harte Realität geprallt – Frust inklusive. Mittwochabend treffen sich nun, laut Plan, nicht nur die Führungsspitzen der großen Parteien, sondern auch Vertreter von Arbeitgeberseite und Gewerkschaften. Thema: die großen Brocken wie Steuern, Rente, Gesundheit, Pflege und der Bundeshaushalt. Mal sehen, ob zumindest ein Gespräch zustande kommt, das mehr bringt als gegenseitiges Kopfschütteln.

Wolfgang Kubicki nimmt im Vorfeld des Reform-Gipfels eine deutlich skeptische Haltung ein. Er kritisiert nicht nur den Vertrauensverlust gegenüber dem Begriff Reform in Deutschland, sondern zielt auch direkt auf die Regierungskoalition, die durch unerfüllte Erwartungen bei vielen Menschen Enttäuschung ausgelöst habe. Die Jahre der großspurigen Ankündigungen sieht er nun von Ernüchterung abgelöst. Aktuell, so lässt sich aus mehreren Medienberichten ablesen, empfinden viele Bürgerinnen und Bürger politische Reform-Vorhaben vor allem als Bedrohung ihrer Sicherheiten – insbesondere, wenn es um Rente, Gesundheitswesen oder den Bundeshaushalt geht. In den jüngsten Nachrichten betonen Stimmen aus Politik und Gesellschaft, dass der Reformbedarf zwar offenkundig sei, ein gesellschaftlicher Schulterschluss aber wegen der angespannten Haushaltslage und divergierender Interessenlagen schwierig erscheint. Die im öffentlichen Diskurs stark diskutierten Aspekte sind dabei insbesondere Steuererhöhungen, die dringend nötige Stabilisierung des Pflegesektors sowie die ausufernden Defizite im Gesundheitssystem. Fachleute mahnen an, dass das Vertrauen in den politischen Veränderungswillen langfristig nur zurückgewonnen werden kann, wenn statt halbherziger Kompromisse wirklich zukunftsweisende und nachvollziehbare Lösungen angeboten werden.

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