Wolfgang Kubicki nimmt im Vorfeld des Reform-Gipfels eine deutlich skeptische Haltung ein. Er kritisiert nicht nur den Vertrauensverlust gegenüber dem Begriff Reform in Deutschland, sondern zielt auch direkt auf die Regierungskoalition, die durch unerfüllte Erwartungen bei vielen Menschen Enttäuschung ausgelöst habe. Die Jahre der großspurigen Ankündigungen sieht er nun von Ernüchterung abgelöst. Aktuell, so lässt sich aus mehreren Medienberichten ablesen, empfinden viele Bürgerinnen und Bürger politische Reform-Vorhaben vor allem als Bedrohung ihrer Sicherheiten – insbesondere, wenn es um Rente, Gesundheitswesen oder den Bundeshaushalt geht. In den jüngsten Nachrichten betonen Stimmen aus Politik und Gesellschaft, dass der Reformbedarf zwar offenkundig sei, ein gesellschaftlicher Schulterschluss aber wegen der angespannten Haushaltslage und divergierender Interessenlagen schwierig erscheint. Die im öffentlichen Diskurs stark diskutierten Aspekte sind dabei insbesondere Steuererhöhungen, die dringend nötige Stabilisierung des Pflegesektors sowie die ausufernden Defizite im Gesundheitssystem. Fachleute mahnen an, dass das Vertrauen in den politischen Veränderungswillen langfristig nur zurückgewonnen werden kann, wenn statt halbherziger Kompromisse wirklich zukunftsweisende und nachvollziehbare Lösungen angeboten werden.