Kubicki strebt FDP-Vorsitz an: Mit Ecken und Kanten in die Offensive

Wolfgang Kubicki, bisher stellvertretender Parteichef und eine markante Figur der FDP, will Ende Mai auf dem Parteitag für den Vorsitz der Liberalen antreten.

04.04.26 22:23 Uhr | 7 mal gelesen

Kubicki redet nicht gern um den heißen Brei herum – das wurde bereits im Gespräch mit der 'Bild am Sonntag' deutlich. „Es braucht eine FDP, die endlich wieder mit kraftvoller Stimme in der Öffentlichkeit auftritt, statt sich in endlosen Debatten zu verlieren oder ständig anderen hinterherzurennen.“ Wer Kubicki kennt, weiß, dass er von akademischen Wortgirlanden wenig hält und stattdessen die Partei zurück zu ihren Wurzeln führen will: klare Inhalte, klare Sprache – und, ganz klassisch, ein starker Ruf nach Freiheit. Ein bisschen klingt das wie eine nostalgische Sehnsucht nach den alten Zeiten, aber vielleicht braucht die FDP genau das. Besonders interessant: Für die Generalssekretärs-Position will er Martin Hagen aus Bayern an Bord holen. Übrigens tritt Kubicki nicht konkurrenzlos an – auch Christian Dürr, der amtierende Vorsitzende, und Henning Höne aus NRW mischen mit. Unterstützung bekommt Kubicki ungewöhnlicherweise aus der Union: Peter Harry Carstensen, früher Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, bezeichnete ihn als 'das Gesicht der FDP' – und als jemanden, den man sofort einordnen kann. Muss man erstmal hinkriegen.

Wolfgang Kubickis Bestreben, an die Spitze der FDP zu rücken, sorgt für einige Aufregung in politischen Kreisen – zumal er eine deutlich kämpferischere Linie verlangt. Die Partei steckt derzeit in einer Identitätskrise, wie auch viele Medien berichten: Zwischen Regierungsbeteiligung und Profilverlust sucht sie nach einem neuen Kurs. Aktuell steckt die FDP in Umfragen auf niedrigem Level fest, das Vertrauen in den liberalen Kurs ist beim Wähler schwankend – was Kubickis selbstbewusste Ansage zum richtigen Zeitpunkt erscheinen lässt. In Online-Kommentaren wird häufig darüber diskutiert, ob ein alter Hase wie Kubicki tatsächlich der Visionär sein kann, den die Partei jetzt braucht, oder ob er eher ein Relikt aus besseren Tagen verkörpert. Er bringt definitiv Erfahrung mit – aber auch Kontroversen und Eigensinn. Einen echten Richtungswechsel könnte es nur geben, wenn seine Vorstellungen auf breite Akzeptanz stoßen – und wenn die FDP bereit ist, auch über ihren eigenen Schatten zu springen. Erwähnenswert: Die Partei ringt weiterhin mit niedrigen Umfragewerten, und auch andere Parteigrößen wie Dürr und Höne versuchen, sich als Gewinner des parteiinternen Wettbewerbs zu positionieren.

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