Klaus Wohlrabe, der Kopf hinter den ifo-Umfragen, bringt es auf eine knappe, fast schon ernüchternde Formel: Der Kahlschlag an Jobs nimmt zwar Tempo raus, aber zum völligen Halt kommt er noch nicht. Besonders in der deutschen Industrie - vor allem bei Autobauern und im Metallsektor - steht der Arbeitsmarkt weiter massiv unter Strom. Dort rollt weiterhin der Rotstift, von einer grundlegenden Wende keine Spur. Auch im Einzelhandel hält sich die Lust, neue Leute einzustellen, in engen Grenzen. Anders sieht es im Dienstleistungsbereich aus: Während der ifo-Index dort sichtbar zuzulegen weiß, rangieren die Antworten irgendwo zwischen Zuversicht und Skepsis. Gerade Ingenieurbüros und IT-Firmen signalisieren, dass sie neue Mitarbeitende brauchen. Bauunternehmen dagegen treten personell auf der Stelle – da bleibt alles, wie es ist. Was heißt das am Ende? Das Bild bleibt zwiespältig – Lichtblicke hier, Schatten dort. Und vielleicht würde ein Blick aus dem Fenster zeigen: Die Wirklichkeit fühlt sich selten nach Statistik an, höchstens nach langem Warten auf den Frühling.
Die deutschen Unternehmen drehen beim Stellenabbau nicht mehr so stark an der Abwärtsspirale wie zuletzt – das belegt das ifo-Beschäftigungsbarometer, das im Januar überraschend auf 93,4 Punkte gestiegen ist. Die Industrie bleibt jedoch unter Druck, ausgelöst durch Unsicherheit, anhaltend hohe Energiepreise und die schleppende Konjunktur, was sich besonders bei den Autoherstellern und der Metallbranche zeigt. Auf der anderen Seite suchen einige Dienstleister, vor allem aus den Bereichen Technik und IT, trotz allem zusätzlich Personal – ein kleiner Hoffnungsschimmer für den Arbeitsmarkt, vor allem angesichts der aktuellen Nachrichtenlage rund um gedämpfte Wachstumsaussichten, Debatten zur Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands und zahlreiche Forderungen nach Wirtschaftshilfen.