Verdi plant erneut großflächige Streiks im Nahverkehr
Die Gewerkschaft Verdi hat für kommenden Donnerstag einen groß angelegten Streik im öffentlichen Nahverkehr mehrerer Bundesländer angekündigt. Besonders betroffen sind Bayern, das Saarland, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Hamburg – hier könnte in vielen Städten der ÖPNV fast komplett stillstehen.
heute 10:26 Uhr | 3 mal gelesen
Ob Hessen und Bremen sich dem Streik noch anschließen, bleibt abzuwarten – die Entscheidung steht laut neuesten Informationen noch aus. Es ist mittlerweile der dritte große Streik dieser bundesweiten Tarifrunde, unter deren Dach etwa 100.000 Mitarbeitende in über 150 Unternehmen bessere Konditionen fordern. Christine Behle, die stellvertretende Vorsitzende von Verdi, bezeichnete die laufenden Verhandlungen in einigen Ländern als ziemlich zäh bis kaum fortgeschritten; schnelle Lösungen seien nötig, betonte sie. In Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg wurde hingegen schon ein Deal gefunden. Was fordern die Streikenden konkret? Sie wünschen sich unter anderem kürzere Wochenarbeitszeiten und Schichten, zudem höhere Vergütungen für Nacht- und Wochenendarbeit. Letztlich geht es um mehr als nur Lohn: Es geht darum, den Beruf attraktiver zu machen und die starke Personalfluktuation im ÖPNV in den Griff zu bekommen. Ein dauerhaft leistungsfähiger Nahverkehr wird – so das Argument – auch als Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge verstanden. Nicht jeder ist begeistert: Pendler und Eltern müssen wohl wieder umplanen, während viele Beschäftigte die Streiks als notwendiges Aufbegehren gegen Missstände sehen.
Verdi hat ihren Druck auf die Arbeitgeber durch die erneute Streikankündigung erhöht. In anderen Regionen, wie Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg, konnten hingegen bereits tragfähige Kompromisse erzielt werden. Die aktuellen Tarifgespräche drehen sich im Kern um bessere Arbeitszeitregelungen und Zuschläge für spezifische Belastungen im Schichtdienst. Hinter den Forderungen stehen nicht nur wirtschaftliche Aspekte, sondern die Hoffnung auf nachhaltige Verbesserungen der Arbeitsbedingungen und auf eine Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs als Rückgrat der Daseinsvorsorge. Jüngste Recherchen zeigen, dass ähnliche Streiks und Protestaktionen auch im europäischen Ausland zunehmen, was auf eine größere Bewegung im Verkehrssektor hindeutet.