Risikoprodukte bleiben trotz EU-Hinweisen auf Online-Plattformen im Umlauf

Trotz offizieller EU-Warnungen landen gefährliche Konsumgüter noch immer und teils über lange Zeiträume in den virtuellen Einkaufswagen deutscher Kund:innen.

heute 15:15 Uhr | 4 mal gelesen

Manchmal frage ich mich, ob das Internet einfach zu massiv ist, um es wirklich noch im Griff zu behalten. Die Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) hat da jedenfalls ein Schlaglicht auf eine ziemliche Schwachstelle geworfen: Online-Marktplätze müssen zwar offiziell dokumentieren, welche Produkte sie entfernen, und diese Infos laufen in einer EU-Datenbank zusammen – aber so richtig funktioniert das Abgleichen offenbar nicht. Laut Süddeutscher Zeitung haben allein die fünf wichtigsten Shopping-Seiten in Deutschland im November 2025 fast 70 Millionen Waren gelöscht. 30 Millionen davon galten explizit als "unsicher" oder waren gesetzlich schon längst verboten. Klingt erstmal vielversprechend, aber das eigentliche Problem bleibt: Zahlreiche Artikel, die nachweislich schädlich für Gesundheit oder Sicherheit sind, bleiben trotz aller Warnhinweise nach wie vor online verfügbar. Das Kontrollsystem hat also, trotz bürokratischer Pflichten, Lücken – und offenbar gar nicht mal so kleine. Die Forderung vom VZBV dazu klingt ziemlich logisch: Solche Produkte sollten gar nicht erst angeboten werden dürfen. Da steckt ein dicker Denkfehler im System.

Die Marktplätze im Netz sind trotz EU-Alarmmeldungen nicht davor gefeit, gefährliche Konsumgüter im Angebot zu haben – oft über Monate oder gar Jahre hinweg. Eine wichtige Ursache scheint ein unzureichender Datenabgleich zwischen Plattformen und EU-Datenbank zu sein, sodass selbst bereits offiziell beanstandete oder verbotene Produkte den Weg zu Kunden finden. Laut aktuellen Medienberichten (z. B. der Süddeutschen Zeitung und FAZ) entfernt der Onlinehandel zwar in großer Masse Waren, aber trotzdem passieren viele riskante Produkte durch die Maschen. Zudem verschärfen sich die Diskussionen um die Haftung der Plattformen: Während die Politik strengere Regeln für digitale Marktplätze plant – etwa im Rahmen des Digital Services Act – bleibt auf Verbraucherseite das Gefühl zurück, höchstens in Etappen geschützt zu sein. Auch die Tatsache, dass viele Drittanbieter außerhalb der EU sitzen und deshalb schwer zu belangen sind, verkompliziert das Thema weiter. Ein modernes Verbraucherschutzsystem müsste wohl international und technisch stärker vernetzt werden, um die Flut an riskanten Produkten einzudämmen.

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