Leichtes Umsatzplus im Gastgewerbe zum Jahresende – Reality-Check

Im November 2025 legte das Gastgewerbe in Deutschland preisbereinigt um 2,5 Prozent gegenüber dem Vormonat zu – doch der Langzeitvergleich zeigt auch Schattenseiten.

20.01.26 08:26 Uhr | 5 mal gelesen

Manchmal sind Zahlen einfach Zahlen – und manchmal erzählen sie kleine, verknotete Geschichten. Laut Statistischem Bundesamt wurden im deutschen Gastgewerbe im November 2025 um 2,5 % mehr eingenommen als noch im Oktober; auf dem Papier sieht das ziemlich ordentlich aus (nominal ging es sogar um 2,8 % bergauf). Aber dann blättert man weiter und sieht: Verglichen mit November 2024 bleibt ein reales Minus von 1,2 %. Bedeutet: Die steigenden Preise kaschieren, dass weniger umgesetzt wurde. Hotels und andere Beherbergungsbetriebe haben es ein bisschen schwerer gehabt – denen ist der reale Umsatz im Vergleich zum Vormonat leicht abgeschmiert (-0,5 % real, -0,8 % nominal). Zurück im Vergleich mit dem Vorjahr: Real wieder minus 1,6 Prozent. Der Blick in die Gastronomie fällt etwas sonniger aus – im Monatsvergleich immerhin real +3,9 %, nominal +4,3 %. Aber auch hier: Im Vergleich zu 2024 trifft einen die Inflation – Realumsätze gesunken, nominal aber immer noch im Plus. Ganz ehrlich, man könnte sich jetzt fragen: War der November im Restaurant gefühlt voller als sonst? Oder haben die Preise einfach das Gefühl von Fülle geschaffen? Die Gastronominnen und Hoteliers werden das vermutlich unterschiedlich sehen – trotzdem bleibt ein leiser Zweifel, ob der Trend wirklich so eindeutig Richtung Aufschwung schwappt.

Im November 2025 verzeichnete das deutsche Gastgewerbe nach offiziellen Zahlen ein stabiles Umsatzwachstum gegenüber dem Vormonat, allerdings bleibt der reale Jahresvergleich weiterhin negativ. Insbesondere Hotels und vergleichbare Unterkünfte mussten erneute Umsatzrückgänge hinnehmen. Die Gastronomie profitierte zumindest kurzfristig, doch das Plus im Portemonnaie kommt vor allem durch steigende Preise zustande. Ergänzend: Laut taz und Süddeutscher Zeitung ist die Branche mit weiterhin hohen Kosten wie Energie und Personal konfrontiert, was die Gewinne trotz gestiegener Umsätze schmälert. Diskutiert werden auch abnehmende Kaufkraft und ein verändertes Ausgehverhalten vieler Menschen; einige Gastwirte berichten trotz nominaler Zuwächse von anhaltendem Sparkurs bei den Gästen.

Schlagwort aus diesem Artikel