Im Grunde ist es schon fast Routine, diese Zahlen zu erwarten – aber diesmal überrascht das Statistische Bundesamt mit seinem Bericht: Im November 2025 lag der Auftragsbestand in der Industrie (selbstverständlich preisbereinigt) um 5,9 Prozent über dem Niveau vom November 2024. Zugegeben, solche Bilanzen können trocken klingen, aber bei genauerem Hinsehen erzählen sie mehr als man denkt. Besonders ins Auge fällt der Bereich ‚Sonstiger Fahrzeugbau‘: Ob nun Flugzeuge, Schiffe oder Panzer – hier kletterten die Auftragsbücher im Vergleich zum Oktober um 3,1 Prozent. Beeindruckend, wie sich gerade Großaufträge auf das Gesamtergebnis auswirken, manchmal wirken sie fast wie Wetterumschwünge für die gesamte Branche. Die Automobilindustrie kommt mit einem Plus von 3 Prozent ebenfalls auf die Überholspur, und auch der Maschinenbau lässt mit +1,1 Prozent aufhorchen.
Wirklich interessant: Im Inland wurden sogar 3,6 Prozent mehr offene Aufträge gezählt, das Ausland steuerte zumindest 0,9 Prozent bei – nicht alles läuft also auf heimischen Motoren. Wer denkt, nur große Fabrikhallen profitieren, irrt: Hersteller von Investitionsgütern verbuchen plus 2,3 Prozent, altehrwürdige Konsumgüter-Hersteller brachten es sogar auf satte 4 Prozent Zuwachs. Nur bei den Vorleistungsgütern gab es einen kleinen Dämpfer (-0,7 Prozent). Apropos Perspektive – die Reichweite der Auftragslage, quasi das Atemholen der Industrie, stieg insgesamt auf 8 Monate. Das reicht – zumindest theoretisch – für ein dreiviertel Jahr Produktion ohne frischen Auftrag, Investitionsgüter sogar für satte 11 Monate. Nur Konsumgüter und Vorleistungsgüter blieben, ehrlich gesagt, eher im Schatten.
Man könnte meinen, diese Zahlen sähen aus wie ein Puzzle, in dem große und kleine Teile um das wirtschaftliche Gleichgewicht ringen. Reichweite? Klingt abstrakt, ist aber eben der Quotient aus Auftragsbestand und durchschnittlichem Monatsumsatz – also eine Art betriebswirtschaftliche Luft zum Atmen. Das alles ist natürlich nur eine Momentaufnahme. Im kommenden Monat können Zahlen schon wieder völlig anders aussehen. So ist das mit Statistiken: Sie sind wie Fotos – zeigen etwas, aber nie das ganze Bild.
Die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen einen spürbaren Anstieg der industriellen Auftragsbestände in Deutschland, getrieben durch Großaufträge in Bereichen wie Flugzeug-, Schiff- und Panzerbau, aber auch durch die starke Performance der Automobil- und Maschinenbauindustrie. Außerdem lässt sich beobachten, dass die Inlandsnachfrage an Dynamik gewonnen hat, während das Auslandsgeschäft etwas moderater, aber dennoch positiv verläuft – im Lichte der globalen Unsicherheiten durchaus bemerkenswert. Mehrere aktuelle Presseberichte untermauern, dass die deutschen Industrieunternehmen im Windschatten günstigerer Energiepreise und einer allmählichen Erholung der Weltkonjunktur hoffen, ihren Rückenwind nicht so schnell zu verlieren, auch wenn viele Branchen weiterhin mit Lieferengpässen, geopolitischen Risiken und einer nur schleppend anziehenden Nachfrage aus China zu kämpfen haben.