Tankstellen-Kaffee: Warum der schnelle Koffein-Stopp für Autofahrende zur Lieblingsgewohnheit gehört

Man staune: Deutschlands Tankstellen sind längst mehr als Nur-tanken-Orte. Kaffee wird hier zum Reisebegleiter, und die wachsenden Erwartungen der Autofahrer lassen den schnellen Becher zunehmend zum kleinen Luxusmoment werden. Die Tankstellenkette HEM hat genauer hingeschaut, wie Kaffee unterwegs erlebt und geschätzt wird.

heute 11:00 Uhr | 2 mal gelesen

Gibt es eine Autofahrt ohne Kaffee? Nicht für die Mehrheit, wenn man der Umfrage Glauben schenkt: 89 Prozent greifen regelmäßig zum heißen Muntermacher, jeder vierte sogar fast immer. Spannenderweise bleibt das Ritual nicht an feste Tageszeiten gebunden, doch die Klassiker sind wie eh und je: früh morgens (47 Prozent) oder nachmittags (53 Prozent). Unbestritten bleibt: Tankstellen sind für 60 Prozent die Hauptquelle, noch vor Bäckereien, Coffee-Shops oder Automaten an der Raststätte – vielleicht, weil der Weg sowieso dorthin führt oder weil die Qualität inzwischen überzeugt. Wo und wie getrunken wird, ist Geschmackssache. Etwa die Hälfte schlürft den Kaffee klassisch im Auto, ein gutes Drittel macht sich zumindest für ein paar Minuten die Beine auf dem Parkplatz oder sucht einen Sitzbereich, der zunehmend gewünscht, aber selten als wirklich gemütlich empfunden wird. Man wünscht sich Rückzugsorte, kleine Inseln des Innehaltens – jenseits von Zapfsäulen und schnellen Motoren. Geschmack zählt, da sind sich drei Viertel (75 Prozent) der Kunden einig. Vollmundig, aromatisch, kein bisschen verbrannt, möglichst frisch – den Wunsch kennen scheinbar alle. Die Qualität steigt: 21 Prozent finden Tankstellen-Kaffee besser als der vieler Cafés, 45 Prozent loben die Entwicklung zum Positiven. Nebenher spielen Preis, Schnelligkeit und Nachhaltigkeit eine Rolle – Letzteres meist in Form von Mehrwegbechern. Die Vielfalt ist mittlerweile beträchtlich: Filterkaffee steht noch knapp an Spitze, Cappuccino, Café Crema, Latte Macchiato folgen – und sogar Cold Brew und pflanzliche Milch-Alternativen sind keine Exoten mehr. Wer Wert auf einen „echten“ Kaffee legt, möchte meist, dass die Tasse von einem Menschen zubereitet wird; immerhin 44 Prozent sagen das so. Doch Automat-Kaffee punktet mit Zuverlässigkeit und Tempo, gerade für Eilige. Und der Preis? Für viele (47 Prozent) ist bei drei Euro Schluss, nur ein Bruchteil ist zu mehr bereit – bei gestiegenen Kaffeepreisen durchaus verständlich. Dennoch: Der Kaffeekonsum bleibt recht stabil, die meisten gönnen sich ihre Dosis weiterhin ohne großes Grübeln. Kombi-Angebote, etwa Kaffees mit Brötchen, sind für einen Teil der Kundschaft mittlerweile fast so reizvoll wie der Kaffee selbst. Hier verschmilzt der Wunsch nach Effizienz mit dem kleinen Alltags-Genuss. Kurz gesagt: Bei der mobilen Kaffeepause geht es längst nicht mehr um reinen Koffein-Nachschub. Es geht um Genuss, kleine Auszeiten – und manchmal auch ums Durchatmen im ganz eigenen Cockpit.

Unterm Strich hat sich der Stellenwert von Kaffee bei Tankstellenstopps in den letzten Jahren enorm gewandelt. Während früher das „Hauptsache heiß und schnell“ genügte, suchen heute viele nach Qualität, Auswahl und sogar Atmosphäre. Neuerdings investieren Tankstellenbetreiber gezielt in komfortablere Sitzbereiche, einen hochwertigeren Kaffee und sogar umweltbewusste Verpackungen; laut Branchenmagazin TankstellenWelt profitieren Anbieter mit umfassendem Food- und Beverage-Portfolio besonders vom Trend. Die Süddeutsche Zeitung berichtete diese Woche von anhaltenden Preissteigerungen in der Gastronomie, dass besonders treue Kaffeekunden trotz Inflation nur selten auf ihren Genuss verzichten – viele Filialisten setzen zunehmend auf Angebote mit Mehrwert, wie etwa faire Bohnen oder Kombipakete (Quelle: https://www.sueddeutsche.de). Im Magazin t3n war zudem zu lesen, dass digitale Abrechnungsmöglichkeiten und personalisierte Rabatte (Stichwort: Kunden-Apps) das To-Go-Geschäft noch attraktiver machen und den Traffic in Tankstellen erhöhen – ein Effekt, der auch Bäckereien unter Druck setzt (https://t3n.de). Überdies greifen laut dem aktuellen FAZ-Beitrag immer mehr Menschen bewusst zu nachhaltigen Alternativen wie Hafermilch, während eine Zunahme an Kaffeegenusspausen mit kurzen Social-Media-Scrolls als „neuer Mikrourlaub“ des Alltags gewertet wird (https://www.faz.net). Zusammenfassend lässt sich feststellen: Die Kaffeekultur an Tankstellen spiegelt mehr als bloße Zweckmäßigkeit wider – sie ist ein Symptom unserer mobilen Gegenwart, deren Bedürfnisse laufend in Bewegung bleiben.

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