Blickt man breiter auf die Digitalisierungsbilanz, klingt das Resümee überwiegend optimistisch – drei Viertel aller Unternehmen sahen Vorteile, 16 Prozent gar gravierende Steigerungen. Andererseits: Euphorie sieht anders aus, zumindest was Deutschlands Vorreiterrolle betrifft. Nur eine Minderheit hält die Bundesrepublik für einen digitalen Spitzenreiter – die meisten wähnen sie eher im breiten Mittelfeld.
Und ein knapper Befund, der wohl manchen nervös macht: Über die Hälfte der Unternehmen kämpft spürbar mit der digitalen Transformation. Gerade einmal 13 Prozent fühlen ihre Existenz von der Digitalisierung bedroht, aber immerhin: Das sind mehr als jemals zuvor. Wettbewerber, die früh den Sprung wagten, sind oft voraus, und aufstrebende Start-ups nagen am Selbstbewusstsein der Traditionsunternehmen. Ganz nebenbei – die Telefonstudie wurde in der zweiten bis sechsten Kalenderwoche 2026 unter rund 600 Unternehmen durchgeführt. Man fragt sich manchmal, ob diese Dynamik so weitergeht – oder schon bald der nächste Umbruch kommt...
Nahezu alle Unternehmen in Deutschland stehen mittlerweile mit Künstlicher Intelligenz (KI) in Kontakt – sei es in der konkreten Anwendung oder mindestens in Diskussionen darüber. Laut einer neuen Bitkom-Studie ist der Anteil der Unternehmen, die tatsächlich schon KI nutzen, innerhalb eines Jahres von 17 auf 41 Prozent gestiegen, und die meisten Unternehmen, die KI einsetzen, berichten von realen Vorteilen im Wettbewerb und beim Geschäftserfolg. Gleichzeitig machen sich Unsicherheiten breit: Mehr als die Hälfte tut sich schwer mit der Digitalisierung, 13 Prozent sehen ihre Existenz bedroht – ein signifikanter Anstieg, der den digitalen Wandel trotz all der positiven Stimmen als Herausforderung erscheinen lässt.
Aktuelle Medienberichte zeigen, dass Unternehmen wie SAP und Siemens konkrete KI-Anwendungen in ihrer täglichen Arbeit integrieren, etwa in der Prozessautomation und bei der Vorhersage von Wartungsarbeiten. Deutsche Start-ups erhalten vermehrt Investitionen, besonders im Bereich KI-gestützter Datenanalysen und Sprachmodelle, während die Bundesregierung gezielte Förderprogramme zur Entwicklung sicherer, europäischer KI auflegt. Dennoch werden wiederholt Sorgen hinsichtlich Fachkräftemangel, notwendiger Rechtsrahmen und möglicher gesellschaftlicher Auswirkungen thematisiert – besonders vor dem Hintergrund der wachsenden Konkurrenz aus den USA und China.