Bauindustrie erwartet Anstieg der Baukosten – Ziele der Bundesregierung nicht erreichbar

Laut Einschätzung des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie (HDB) dürften Baupreise 2026 um 3,3 Prozent und 2027 sogar um 3,6 Prozent steigen – mit deutlichen Folgen für Wohnungsmärkte und staatliche Bauziele.

20.01.26 08:07 Uhr | 4 mal gelesen

Peter Hübner, Präsident des Bauindustrie-Verbands, hat kürzlich in einem Gespräch mit der FAZ seine sehr direkte Einschätzung abgegeben: Die Baukosten steigen weiter, und zwar kräftig. Gründe? Nun ja, einerseits werden Löhne spürbar nach oben angepasst – gerade was den Ausgleich zwischen Ost und West angeht, das ist ja ein langer Weg. Andererseits drücken steigende Energiepreise noch zusätzlich aufs Budget. Die Bundesregierung läuft mit ihren Plänen, für mehr bezahlbare Wohnungen zu sorgen, ins Leere, daran lässt Hübner keinen Zweifel. Auch die Bauwirtschaft selbst sieht dieses Jahr offensichtlich ein kleines Licht am Ende des Tunnels, immerhin: Ein Produktionswachstum von 2,5 Prozent sei drin. 'Wende' nennt Hübner das. Dennoch – und das ist eigentlich der Elefant im Raum – werden wohl gerade einmal 200.000 Wohnungen 2024 fertig. Das ist kaum die Hälfte dessen, was sich die Politik wünscht. Auftragseingänge bleiben mau, immerhin trudeln seit Neuestem ein paar mehr Genehmigungen ein, aber der große Wurf ist das nicht. Was Großprojekte wie das milliardenschwere Klimainfrastruktur-Paket angeht? Da hält sich Hübner mit Prognosen sichtbar zurück. Zu viele Pläne sind nicht wirklich ausgereift oder kommen schlicht nicht zeitnah ins Rollen. Kapazitäten an sich wären da, aber genutzt werden sie zu schleppend.

Die deutsche Bauindustrie sieht sich in den kommenden Jahren mit kräftig steigenden Kosten konfrontiert, insbesondere durch hohe Tarifabschlüsse, energieintensive Prozesse und fortlaufende Lohnangleichungen zwischen Ost- und Westdeutschland. Expert*innen befürchten, dass darunter vor allem der Wohnungsbau und damit der ohnehin angespannte Immobilienmarkt leidet, zumal die Fertigstellungszahlen neuer Wohnungen auch 2024 weit hinter dem von der Bundesregierung angepeilten Ziel zurückbleiben – voraussichtlich wird bloß die Hälfte realisiert. Auch bei geplanten Zukunftsinvestitionen wie dem milliardenschweren Sondervermögen für Klimaneutralität und Infrastruktur stockt die Umsetzung, was angesichts schleppender Genehmigungen, Planungsunsicherheiten und zäher Ausschreibungsverfahren in der Branche zu Unmut führt. Recherche oder ergänzende Einschätzung: Inzwischen berichten mehrere große Medien, dass die Wohnungsnot vor allem einkommensschwachen und jungen Menschen den Zugang zu angemessenem Wohnen erschwert – die Preisspirale im Bausektor verschärft den sozialen Brennpunkt (siehe Quelle: Zeit Online). Die deutsche Bauindustrie fordert seit Monaten mehr staatliche Hilfen, um Neubauten anzuschieben und Innovationen wie serielle Fertigung und nachhaltige Baustoffe praktischer zu fördern (Quelle: FAZ). Experten mahnen, dass ohne grundlegende Modernisierung und digitalisierte Planungsprozesse viele öffentliche Vorhaben – beispielsweise im kommunalen Wohnungsbau oder bei Schulen – weiterhin Jahre im Verfahren festhängen (Quelle: Süddeutsche Zeitung).

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