Linke drängt auf rasche Einführung des Einwilligungsprinzips im Sexualstrafrecht

Die Linke fordert Justizministerin Stefanie Hubig (SPD) dazu auf, das Sexualstrafrecht unverzüglich an das Prinzip 'Nur Ja heißt Ja' anzupassen. Luke Hoß, rechtspolitischer Sprecher, sieht darin überfällige Gerechtigkeit und ein längst fälliges Signal.

heute 13:15 Uhr | 2 mal gelesen

Es klingt verblüffend simpel und ist doch umkämpft: Sex soll nur dann erlaubt sein, wenn tatsächlich beide Personen ausdrücklich zustimmen – alles andere ist strafbar. Und trotzdem, sagt Luke Hoß, erlebe man noch immer eine Debatte darüber, ob Betroffene tatsächlich glaubhaft machen müssen, dass sie sich gewehrt haben oder 'Nein' gesagt wurde. Wer das so sieht, denkt eher an Täterschutz als an Selbstbestimmung, meint er. Interessant übrigens: Das Thema schafft es immer wieder, Menschen ins Grübeln zu bringen – auch, weil es für viele wohl eine Art kultureller Wandel ist. Hoß fordert zusätzlich, dass Verjährungsfristen für Vergewaltigung verlängert werden, um Opfern Raum für späte Anzeigen zu lassen. Bei dem Thema schwingen Unsicherheit und Empörung oft gleichermaßen mit – aber eines ist für ihn klar: Es muss sich schleunigst etwas bewegen, und zwar nicht nur auf dem Papier.

Die Linke erneuert ihren Appell an die Bundesregierung, sich für eine rasche Reform des Sexualstrafrechts nach dem Vorbild 'Nur Ja heißt Ja' einzusetzen. Luke Hoß, rechtspolitischer Sprecher der Partei, kritisiert die aktuelle Gesetzeslage und fordert eine eindeutige Festlegung im Gesetz auf den Grundsatz der ausdrücklichen Einwilligung. Damit wird auch die Verlängerung der Verjährungsfristen bei Sexualstraftaten als überfälliger Schritt begleitet. International betrachtet ist diese Debatte nicht neu: Spanien und Schweden haben das Einwilligungsprinzip bereits eingeführt, mit spürbaren gesellschaftlichen Auswirkungen. Kritiker warnen vor möglichen Beweisproblemen, während Befürworter den Schutz der Selbstbestimmung von Betroffenen in den Vordergrund rücken. In Deutschland steht das Thema zunehmend im Fokus öffentlicher und rechtlicher Diskussionen, unter anderem befeuert durch mehrere prominente Fälle und die gesellschaftliche #MeToo-Debatte. Siehe auch Rückmeldungen auf europäischer Ebene zur Angleichung der Standards zum Schutz vor sexualisierter Gewalt.

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