Die Debatte um das Recht auf Reparatur nimmt an Fahrt auf, seit das Bundeskabinett die Gesetzesnovelle beschlossen hat. Zentraler Kritikpunkt: Ohne echte finanzielle Zugänglichkeit bleibt das Recht in der Praxis wirkungslos – vor allem, weil Geräte weiterhin oft so gebaut werden, dass Reparaturen schwierig, teuer oder schlichtweg unmöglich sind. Viele Umwelt- und Verbraucherverbände fordern ebenfalls Nachbesserungen, etwa eine verlängerte Garantiezeit, eine verpflichtende Bereitstellung von Ersatzteilen sowie ein Verbot von sogenannter 'geplanter Obsoleszenz'. Aus meiner Sicht stellt das Thema außerdem noch eine tiefere Frage nach der Ökonomie unseres Konsums: Warum lassen wir zu, dass Wegwerfen oft günstiger ist als Reparieren? Und gibt es nicht auch eine Art kulturelles Recht auf Langlebigkeit und Ressourcenbewusstsein? Angesichts der Erfahrungen anderer EU-Länder, die mit strengeren Regeln zu Reparierbarkeit teils deutliche Erfolge erzielen, steht Deutschland vor der Aufgabe, den gesellschaftlichen Wandel nicht nur anzukündigen, sondern wirklich zu ermöglichen. Übrigens: Jüngste Berichte betonen, wie stark die Nachfrage nach Repair-Cafés, Do-it-yourself-Workshops und Ersatzteilbörsen steigt – ein Wandel im Denken ist also längst im Gange.