Müttersterblichkeit: Fortschritt in Gefahr – Globale Hilfe schrumpft, Risiken steigen

Seit Jahren ist die Zahl der Todesfälle bei Schwangeren und Müttern gesunken, doch jetzt kehrt sich der Trend um. Gerade zum Muttertag warnt die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung vor einem drohenden Rückschlag in der medizinischen Versorgung – Schuld daran sind gekürzte Hilfsgelder vor allem aus den USA und Europa. Die Erfolge im Kampf gegen die Mütter- und Kindersterblichkeit geraten ins Wanken.

heute 07:19 Uhr | 3 mal gelesen

Interessant, wie schnell sich große Errungenschaften als brüchig entpuppen können: Noch vor kurzem galt die sinkende Mütter- und Kindersterblichkeit als Paradebeispiel globalen Fortschritts – jetzt geraten diese Zahlen ins Rutschen. Woran liegt das? Die USA – einst Speerspitze der finanziellen Unterstützung für Geburtenhilfe und Gesundheitsdienste in über zwanzig Ländern – fahren unter neuer Regierung plötzlich massive Einschnitte. Nach der Schließung von USAID ist dem System der Entwicklungshilfe ein zentraler Pfeiler weggebrochen: Von ehemals 14 auf 3,5 Milliarden Dollar reduziert, fast schon ein Kahlschlag. Es wäre ein Fehler, die Verantwortung allein an Übersee festzumachen: Auch deutsche und andere europäische Regierungshaushalte setzen den Rotstift an. Die Folgen sind radikal spürbar: Kliniken schließen, Fachpersonal wandert ab, Leidende bleiben zunehmend ohne medizinische Unterstützung – besonders in Regionen, wo die Risiken einer Schwangerschaft ohnehin hoch sind. Die Weltgesundheitsorganisation warnt; in vielen Teilen der Welt stirbt nun wieder durchschnittlich alle zwei Minuten eine Frau im Zusammenhang mit Schwangerschaft oder Geburt. Häufig sind es Komplikationen wie schwere Blutungen oder Infektionen, die mit rechtzeitiger Hilfe vermeidbar wären. DSW-Vorstand Sebastian Tripp bringt es auf den Punkt: Gerade jetzt, wo die Not am größten ist, bräuchte es eine neue Welle der Solidarität, nicht weitere Kürzungen. Menschlich, aber auch politisch gesehen: Weniger Hilfe ist mehr Leid.

Die weltweite Mütter- und Kindersterblichkeit steigt nach jahrzehntelangem Rückgang wieder, weil internationale Unterstützung massiv zurückgeht. Die Auflösung der US-Entwicklungshilfeorganisation USAID und große Kürzungen europäischer Entwicklungshilfe treffen besonders arme Regionen hart – mit spürbaren Folgen für die medizinische Betreuung von Schwangeren, Müttern und Kindern. Laut WHO könnte sich die Lage dramatisch zuspitzen, wenn der Rückzug der wichtigsten Geberländer nicht kompensiert wird; Regierungen werden dringend dazu aufgerufen, nicht zu sparen, sondern gezielt in die Gesundheit von Frauen und Kindern zu investieren. Jüngste Berichte unterschiedlicher Medien, darunter die Süddeutsche Zeitung und die Zeit, unterstreichen die Verschärfung: In zahlreichen Ländern Afrikas, etwa in Nigeria, verschlechtert sich die medizinische Versorgung rapide. UNICEF schlägt Alarm, weil fehlende Präventionsprogramme auch Kindersterblichkeit wieder steigen lassen. Verschiedene Regierungen und Hilfsorganisationen fordern flexible neue Hilfen, etwa durch alternative Finanzierungsmodelle – konkrete Versprechen jedoch fehlen bislang.

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