Merz hält sich beim DFB-Trainerwechsel zurück

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) weigert sich nach dem verfrühten Ausscheiden der Nationalmannschaft bei der WM, dem DFB Empfehlungen in Sachen Trainer zu erteilen. "Ein Bundeskanzler sollte sich um staatspolitische Belange kümmern und nicht ungefragt Ratschläge zum Fußball geben", erklärte Regierungssprecher Sebastian Hille am Mittwoch.

heute 14:31 Uhr | 1 mal gelesen

Wie der DFB mit dem mäßig erfolgreichen Turnier umgeht und daraus Konsequenzen zieht, bleibt alleinige Angelegenheit des Deutschen Fußball-Bundes. "Ich bin fest davon überzeugt, dass der Verband seine eigenen Schlüsse zieht – und dazu braucht es keine Impulse aus Berlin", so Hille weiter. Nach der unerwarteten Elfmeterniederlage gegen Paraguay sei auch der Kanzler nicht frei von Enttäuschung gewesen. "Natürlich hätte sich auch Herr Merz sportlich sehr viel mehr gewünscht." Die Tatsache, dass sein Social-Media-Team dennoch eine überraschend optimistische Stellungnahme absetzte, bezeichnete der Sprecher als wohl missglückte Kommunikation. Etliche Fans hatten sich nach diesem Tweet verwundert gezeigt, denn die Leistung der Nationalelf ließ ordentlich zu wünschen übrig. Übrigens: Wer Bundestrainer Julian Nagelsmanns Nachfolge übernimmt (oder ob er überhaupt gehen muss), ist weiterhin völlig offen.

Der Bundeskanzler will sich ausdrücklich nicht in die DFB-Personalfragen einmischen. Nach dem enttäuschenden Ausscheiden der deutschen Elf bei der Fußball-WM gegen Paraguay und der darauffolgenden Kommunikationspanne rund um einen allzu versöhnlichen Tweet, liegt die Verantwortung nun klar bei den Fußballfunktionären. Die Diskussion um die Zukunft des Bundestrainers bleibt unterdessen hitzig – bislang ist keine Entscheidung in Sicht. Inzwischen wurde in verschiedenen Medien darüber berichtet, dass der Rückhalt für Nagelsmann innerhalb des Verbands schwindet und eine Neuausrichtung diskutiert wird. Zudem gibt es eine öffentliche Debatte darüber, wie politisch sich Spitzenpersonal – sowohl im Sport als auch in der Regierung – überhaupt äußern sollte. Bemerkenswert ist, dass mehrere ehemalige Nationalspieler in den letzten Tagen einen umfassenden strukturellen Wandel beim DFB eingefordert haben.

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