Lehrermangel in Brandenburg verschärft sich – GEW schlägt Alarm

Günther Fuchs, Chef der Brandenburger GEW, malt ein düsteres Bild: Zum kommenden Schuljahr fehlt es massiv an Lehrkräften. Die Zahl der offenen Stellen spricht Bände, doch das Problem sitzt noch tiefer.

heute 10:00 Uhr | 3 mal gelesen

Manchmal genügt ein kurzer Blick auf die Stellenanzeigen im Netz – 120 offene Lehrstellen in Brandenburg laut Ministerium. Aber ehrlich gesagt: Das kratzt nur an der Oberfläche. Günther Fuchs von der GEW schildert im RBB-Interview, dass immer mehr Lehrkräfte ihre Zusagen zurückziehen. Heißt in Zahlen: Die Ausfälle steigen, während die Schülerzahlen wachsen. Logische Folge? Überfüllte Klassen, weniger individuelle Betreuung, steigender Frust bei allen. Fuchs hat mit Personalräten gesprochen und kommt auf eine Lücke von geschätzt 300 bis 320 Pädagogen im ganzen Land – übrigens besonders schlimm dort, wo schon seit Jahren zu wenig Lehrer waren. In solchen Regionen melden sich kaum Bewerber. Und wer heute eingestellt wird? Kaum ausgebildete Lehrer, überwiegend Seiteneinsteiger. Ob das für den Schulfrieden reicht, darf man getrost bezweifeln.

Brandenburg steuert auf eine kritische Lehrerversorgung zu; die GEW warnt, dass absehbar Hunderte Lehrer fehlen werden. Ein auffälliger Punkt: Viele der neu Besetzten sind Quereinsteiger – was die Qualität und Stabilität des Unterrichts zumindest herausfordert. Hinzu kommt eine besonders prekäre Situation in ländlichen Regionen, wo kaum Bewerbungen eingehen und die Perspektiven weiterhin trüb bleiben. Aktuelle Recherchen zeigen, dass das Problem nicht nur Brandenburg betrifft – bundesweit melden mehrere Bundesländer angespannte Personallage. Auch die Diskussion um bessere Arbeitsbedingungen, attraktivere Gehälter und flexiblere Arbeitszeitmodelle für Lehrkräfte flammt immer wieder auf. Experten fordern akut ein Umdenken der Bildungspolitik, gerade auch angesichts wachsender Schülerzahlen und gesellschaftlicher Herausforderungen wie Sprachförderung und Digitalisierung.

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