Der Studienkompass zeigt seit Jahren, dass es nicht zwangsläufig ist, von der eigenen Herkunft in Bildungsfragen begrenzt zu werden. Fast alle der 330 diesjährigen Absolvent:innen sind ein Jahr nach dem Abi bereits im Studium, einer Ausbildung oder nehmen sich gezielt ein Brückenjahr – bemerkenswert, da sie alle aus Familien ohne akademischen Hintergrund kommen. Die außergewöhnlich niedrigen Abbruchzahlen belegen den Erfolg des Programms und werfen ein Licht darauf, wie entscheidend gezielte Förderung, Unterstützung durch Mentoring und eine vielfältige Community sein können. Aktuelle Recherchen ergeben: Die Bildungsungleichheit bleibt trotz vereinzelt positiver Entwicklungen bestehen, wie zahlreiche Medien berichten. Die SZ hebt hervor, dass Aufstieg durch Bildung nach wie vor erschwert ist und gezielte Programme wie der Studienkompass sowie staatliche Initiativen dringend notwendig bleiben, um Chancengleichheit zu fördern. Auf taz.de finden sich Stimmen, die fordern, Bildungsförderung müsse viel stärker auch strukturelle Benachteiligungen wie Armut, Diskriminierung und geringes Netzwerk adressieren, nicht nur durch Einzelprogramme, sondern gesellschaftlich breiter. Im Spiegel betont ein Bericht die Notwendigkeit eines mentalen Kulturschubs: Ohne Mut und Enttabuisierung von „Nichtakademiker-Kindern“ auf dem Campus blieben viele Talente am Rand. Kritische Stimmen mahnen aber auch, dass Förderprogramme allein nicht reichen – der Zugang zu Bildung hänge nach wie vor stark von regionalen, ökonomischen und persönlichen Voraussetzungen ab.